26. Die Entführung des Lindbergh-Baby

Shownotes

Es ist einer der berühmtesten Kriminalfälle des 20. Jahrhunderts: Im März 1932 verschwindet der 20 Monate alte Charles Lindbergh Jr. aus dem Haus seiner berühmten Eltern. Zurück bleibt eine Lösegeldforderung und eine Nation, die gebannt nach dem Kind sucht.

Was folgt, ist eine beispiellose Fahndung. Doch wie eindeutig war der Fall tatsächlich? Welche Spuren führten zu Bruno Richard Hauptmann und welche Fragen sind bis heute unbeantwortet?

In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die Entführung des Lindbergh-Babys, die Ermittlungen und die Ereignisse, die diesen Fall zu einem der bekanntesten True-Crime-Fälle der amerikanischen Geschichte machten.

Transkript anzeigen

00:00:01: Hey meine Lieben und willkommen zurück bei Wissenshelden, eurem Podcast für spannende Themen aus dem Welt geschehen und echtes Wissen das euch weiterbringt.

00:00:20: Ich freue mich, dass ihr heute wieder dabei seid – ja natürlich habe ich auch wieder ein spannendes Thema für Euch mitgebracht!

00:00:27: Wir werden heute über die Entführung des Lindberg Babys sprechen.

00:00:31: Diese Entführungen ereignete sich im Jahr neunzehnhundertzweiunddreißig, im US-Bundesstaat New Jersey.

00:00:38: Dazu habe ich vor allem aber noch einen kleinen Hinweis bzw.

00:00:41: eine Triggerwarnung denn diese Folge behandelt einen historischen Entführungsfall.

00:00:45: Dabei geht es unter anderem um die Entführung eines Kleinkindes, Lösegeldforderungen und die anschließenden Ermittlungen.

00:00:51: Einige Inhalte können daher emotional belastend sein.

00:00:55: Wir verzichten natürlich bewusst auf detaillierte oder drastische Darstellungen, aber wenn ihr merkt dass euch die Folge nicht gut tut dann skipt sie vielleicht für dieses mal.

00:01:04: Und ich halte euch auch nicht lange hin.

00:01:06: wir steigen direkt in unsere Story ein!

00:01:08: Wir beginnen in einer Nacht im März.

00:01:11: Stell dir vor dein Kind verschwindet aus seinem Zimmer.

00:01:14: Nicht aus einem öffentlichen Ort.

00:01:16: Nicht das einem Krankenhaus und auch nicht auf einer ganz belebten Straße sondern aus dem oberen Stock deines eigenen Zuhauses.

00:01:24: Du findest am Fenster eine Leiter, auf der Fensterbank liegt ein Brief und darin fordert jemand Geld.

00:01:29: Und behauptet das Kind werde freigelassen wenn die Familie schweigt und

00:01:32: bezahlt.".

00:01:33: Genau das ist am Abend des ersten März, in der Nähe der Kleinstadt Hopewell im US-Bundesstaat New Jersey geschehen.

00:01:42: Das entführte Kind war gerade einmal zwanzig Monate alt.

00:01:46: Sein Name war Charles Augustus Lindberg

00:01:49: Jr.,

00:01:49: sein Vater war Charles Lindberg.

00:01:51: Der war damals der berühmteste Pilot seiner Zeit.

00:01:54: In nineteenhundertsiebenundzwanzig hatte Charles Lindberg als erster Mensch allein und nonstop den Atlantik überflogen.

00:02:02: Das machte ihn so berühmt, für Millionen Menschen war er ein Held.

00:02:06: Sein Sohn war deshalb nicht irgendein Kind von einer beliebigen Familie, sondern er war das Kind eines Nationalhelden – und als es verschwand wurde aus dem Verbrechen innerhalb weniger Stunden eine internationale Sensation.

00:02:19: Kapitel eins Die Familie Lindberg.

00:02:22: Damit wir verstehen, warum dieser Fall so eine starke Wirkung hatte damals müssen wir uns kurz in die Zeit vor der Entführung zurückbegeben.

00:02:30: Charles Lindberg war Ende der zwanziger Jahre so einer Art Weltstar.

00:02:34: Sein Atlantikflug hat ihn zu einer Symbolfigur des technischen Fortschritts gemacht.

00:02:39: Er stand für Mut, für Abenteuer und für eine Zukunft in der Flugzeuge die Entfernungen zwischen den Kontinenten verkleinern würden.

00:02:47: Auch seine Ehefrau Anne-Marie Lindberg, die war keine gewöhnliche Hausfrau.

00:02:51: Sie stammte aus einer politisch einflussreichen Familie, sie war hochgebildet und sie interessierte sich selbst auch für Flugzeuge und Navigation.

00:03:00: Das Ehepaar lebte mit seinem kleinen Sohn nicht im Zentrum von New York sondern in einem abgelegenen Haus nahe Hopewell.

00:03:07: Das Grundstück lag ein wenig erhöht und war von Wald und freiem Gelände umgeben.

00:03:12: Die Familie hatte sich bewusst für diese Abgeschiedenheit entschieden, denn die sollte der Familie Ruhe und Sicherheit geben.

00:03:18: Und genau diese Lage wurde aber später zu einem Problem.

00:03:21: Das Haus war dadurch nämlich weit genug von der nächsten Ortschaft entfernt – so konnte sich jemand dem Haus nähern ohne dabei bemerkt zu werden.

00:03:29: Charles Augustus Lindberg

00:03:31: Jr.,

00:03:32: zu dieser Zeit BabyLindy genannt, war am ersten März neunzehnhundertdreißig gerade einmal zwanzig Monate alt.

00:03:40: Er schlief in seinem Kinderzimmer im zweiten Stock.

00:03:42: An dem Abend befanden sich auch mehrere Menschen im Haus, dazu gehörten die Eltern und die Hausangestellten – und trotzdem bemerkte niemand sofort dass ich ein Fremder dem Haus genährt hatte.

00:03:56: Es war etwa neun Uhr am Abend des ersten März, der zwanzig Monate alte Charles Lindberg Jr.

00:04:04: befand sich in seinem Kindezimmer im Zweiten Stock des Hauses.

00:04:08: Dort wurde er vorher schon zu Bett gebracht und sollte dort die Nacht verbringen.

00:04:11: Etwa eine Stunde später bemerkte, dass Kindermädchen Betty Gao das etwas nicht stimmte.

00:04:17: Als sie nach dem Kind sehen wollte war Charles nicht mehr in seinem Bett.

00:04:21: Zunächst war noch nicht ganz klar was geschehen war.

00:04:23: Gao informiert erst mal die Eltern und gemeinsam begannen sie die Suche im Haus – vielleicht hatte ja jemand anderes das Kind aus dem Bett geholt?

00:04:30: Doch Charles war nirgends zu finden!

00:04:32: Und dann entdeckten sie den ersten Hinweis darauf, was geschehen sein musste.

00:04:37: Auf der Fensterbank des Kinderzimmers lag ein Brief.

00:04:40: Der Brief war handschriftlich verfasst und in auffällig fehlerhaft im Englisch geschrieben.

00:04:45: Unter dem Text befand sich ein ungewöhnliches Zeichen – zwei Kreise die durch eine Linie miteinander verbunden waren.

00:04:51: Charles Lindbergh begann daraufhin das Haus um das Grundstück abzusuchen.

00:04:54: Draußen stieß er auf einen Leiter, die offenbar benutzt worden war, um das Fenster des KinderZimmers zu erreichen.

00:05:01: Sie war offenbar selbst gebaut und beim Einsatz beschädigt worden.

00:05:05: An einer Verbindungsstelle war das Holz gebrochen, damit er gab sich eine erste Rekonstruktion des Geschehens.

00:05:12: Ein Täter musste die Leiter an die Außenwand gestellt haben und zum Fenster des Kinderzimmers hinaufgestiegen sein.

00:05:18: Er hatte Charles aus einem Bett genommen – einschließen musste er mit dem Kind wieder die Leite runtergegangen sein.

00:05:23: Doch während die Familie noch versuchte zu verstehen was geschehen war, begann bereits ein Problem, dass die gesamte Untersuchung begleiten sollte.

00:05:31: Der Tatort war nicht mehr unberührt.

00:05:37: Heute würde ein Tatort wie dieser sofort abgesperrt, niemand dürfte einfach in das Kinderzimmer gehen oder über den Boden rund ums Haus laufen.

00:05:45: Ermittler würden fotografieren, messen, nummerieren und jeden Gegenstand dokumentieren.

00:05:50: Die Leiter wurde in ihrer ursprünglichen Position festgehalten.

00:05:54: Fußspuren würden gesichert bevor sich weitere Menschen auf dem Gelände bewegen durften.

00:05:58: In den letzten Jahren gab es zwar bereits Fingerabdrucktechnik, Fotografie, Ballistik und andere kriminalistische Verfahren.

00:06:06: Aber die Methoden waren nicht überall einheitlich und noch lange nicht so streng standardisiert wie heute – genau das wurde in diesem Fall zu einem großen Problem.

00:06:14: Nach der Entdeckung der Entführungen kamen außerdem Polizisten, Ermittler, Helfer und weitere Personen zum Anwesen.

00:06:20: Viele Menschen bewegen sich dadurch am Tatort und auf dem Grundstück.

00:06:24: Dadurch wurden Spuren verändert über Lagarde oder sogar zerstört.

00:06:28: Besonders wichtig waren die Fußabdrücke am Boden.

00:06:30: Wenn Ermittler, Angehörige und andere Personen dieselben Wege benutzen, dann entstehen immer neue Abdrücke und später lässt sich nur schwer feststellen welche davon vom Täter stammen und welche erst nach der Tat entstanden sind.

00:06:42: Auch die Leiter wurde genau untersucht.

00:06:44: an ihr wurden zahlreiche mögliche Fingerabdrücken festgestellt aber kaum einer davon war brauchbar.

00:06:49: dafür konnte es mehrere Gründe geben Der Täter könnte Handschuhe tragen haben, die Oberfläche des Holzes war für die Sicherung von Fingerabdrücken ungünstig oder andere Menschen hatten die Leiter nach der Tat angefasst.

00:06:59: Und damit entstand ein grundlegendes Problem der damaligen Ermittlungen.

00:07:03: Eine Spur ist nicht automatisch ein Beweis Denn zuerst musste geklärt werden ob sie tatsächlich vom Täter stammt Ob sie nach der tat verändert wurde und ob sie eindeutig zu einer Person zugeordnet werden kann.

00:07:14: Bei der Leiter gelang das leider nicht Also mussten sich die Ermittler anderen Spulen zuwenden, und eine davon war der Lösegeldbrief.

00:07:21: Die Ermittlern untersuchten Sprache und Schrift und versuchten herauszufinden wer ihn verfasst haben könnte.

00:07:27: Die ungewöhnlichen Formulierungen und zahlreichen Schreibfehler deuteten erst mal darauf hin dass Englisch möglicherweise nicht die Muttersprache des Verfassers war.

00:07:34: Und damit entstand eine Ermittlungsrichtung – die Polizei suchte zunächst vor allem nach einem fremdsprachigen handwerklich geschickten Mann Einem Täter, der in der Lage gewesen sein musste eine solche Leiter zu bauen und damit unbemerkt zum Kinderzimmer hinaufzusteigen.

00:07:48: Kapitel IV – ein Land in Aufregung.

00:07:52: Innerhalb kürzester Zeit war die Entführung nicht mehr nur ein Fall für die Polizei.

00:07:56: Sie wurde zu einer nationalen Nachricht.

00:07:59: Zeitungen druckten sofort Sonderausgaben Reporter reisten nach Hauptwell Menschen aus dem ganzen Land verfolgen die Suche nach dem Kind Und schickten Hinweise an die Polizei.

00:08:08: Viele davon waren wertlos, manche sogar frei erfunden.

00:08:11: Der Fallboot also alles was eine Schlagzeile braucht.

00:08:13: Die Geschichte ließ sich in wenigen Bildern erzählen und genau das machte sie für die Presse so wirkungsvoll.

00:08:19: Zeitungen berichteten über die Entführung bald als The Crime of the Century, also des Verbrechen des Jahrhunderts.

00:08:24: Doch die enorme Aufmerksamkeit hatte eine Schattenseite.

00:08:28: Je mehr Einzelheiten über den Fall veröffentlicht wurden, desto schwieriger konnte es für die Ermittler werden zwischen echten Beobachtungen und Informationen zu unterscheiden, die die Menschen erst aus den Zeitungen kannten.

00:08:38: Wenn beispielsweise Einzelhalten über den Lösegeldbrief, die Kleidung des Kindes oder den Tatort veröffentlichen wurden dann konnten sich spätere Zeugen unbewusst an genau diese Information erinnern Und auch die öffentliche Suche nach einem Täterkonto zum Problem werden.

00:08:51: Wenn eine Person in der Presse als Verdächtiger dargestellt wurde, dann könnte das beeinflussen wie andere Menschen sie wahrnahmen.

00:08:57: Möglicherweise auch woran sich Zeugen später zu erinnern glaubten.

00:09:01: Dabei darf man nicht vergessen, wie mächtig die Medien damals bereits waren.

00:09:05: Es gab zwar noch kein Fernsehen und kein Internet aber Zeitungen, Radio- und Kinowochenschauen gehörten zu den wichtigsten Möglichkeiten Nachrichten zu verbreiten.

00:09:13: Eine sensationelle Geschichte konnte schon damals innerhalb kürzester Zeit ein riesiges Publikum erreichen.

00:09:19: Der Fall wurde deshalb nicht nur im Hintergrund ermittelt, er wurde gleichzeitig veröffentlicht, kommentiert und weiter erzählt.

00:09:25: Und je mehr Menschen ihre eigene Version der Geschichte hörten, desto schwieriger wurde es zwischen dem zu unterscheiden was tatsächlich am Tatort geschehen war und dem was die Öffentlichkeit darüber zur Wissen glaubte.

00:09:41: Am ersten März also kurz nach der Entdeckung der Entführungen fand die Familie den ersten Lösegeldbrief auf der Fensterbank des Kinderzimmers.

00:09:49: Die Forderung darin lautete fünfzigtausend Dollar.

00:09:52: Der Brief enthielt außerdem genaue Anweisungen für die weitere Kommunikation.

00:09:56: Die Entführer kündigten daran an, dass sie nach zwei bis vier Tagen mitteilen würden wo und wie das Lösegeld übergeben werden sollte.

00:10:02: Danach passierte erst mal nichts seitens der Entführerin – für die Familie Lindberg begann eine Zeit des Wartens Und gleichzeitig lief die Suche nach dem Kind weiter.

00:10:11: Haus angestellte und Mitarbeiter des Anwesens wurden befragt und überprüft.

00:10:15: Charles Lindberg war aber verständlicherweise nicht in der Lage, tatenlos rumzusitzen.

00:10:20: In diesen ersten Tagen wurde auf verschiedenen Wegen versucht Kontakt zu den Entführern herzustellen.

00:10:25: Man versuchte Personen aus dem kriminellen Milieu anzusprechen Und irgendwie eine Draht zu den entführeren Herzustellen.

00:10:30: Es gab öffentliche Aufrufe man möge sich doch bitte melden.

00:10:34: Lindberg bat Freunde sich nach möglichen Kontakten umzuhören und die Entführer zur Verhandlungen zu bewegen.

00:10:39: Die Polizei erhielt zwar zahlreiche Hinweise, doch die meisten davon führten ins Leere.

00:10:45: Und dann am sechsten März?

00:10:47: Also fünf Tage später kam endlich der nächste Brief!

00:10:50: Er war bereits am vierten März in Brooklyn abgestempelt worden und hatte seinen Weg mit der Post nach New Jersey genommen.

00:10:56: Die Geldforderung war laut diesem Brief inzwischen gestiegen.

00:11:00: Statt fünfzigtausend Dollar verlangten die Entführer nun siebzig tausend dollar Aber damit war zumindest klar, dass die Erführer jetzt bereit waren zu kommunizieren.

00:11:08: Die Entführer wollten aber keinen direkten Kontakt zur Familie.

00:11:11: Daher stellte sich jetzt die Frage wie das Lösegeld dann übergeben werden sollte?

00:11:15: Am achten März also nochmal drei Tage später traf bei Lindbergs Anwalt ein weiterer Brief ein.

00:11:21: Darin erklärten sie, dass sie einen von der Familie bestimmten Vermittler nicht akzeptieren würden.

00:11:26: stattdessen sollte sich an Vermittlern über eine Zeitungseinzeige an Sie wenden und dieser Vermittlers sollte unabhängig sein.

00:11:32: Wie diese Information öffentlich bekanntgemacht wurde, das ist nicht ganz klar belegt.

00:11:36: Aber im Bronx Home News erschien eine Anzeige von einem John F. Condon – einen pensionierten Schulleiter aus der Bronx.

00:11:43: Er bot an als Vermittler zu fungieren und zusätzlich tausend Dollar aus eigener Tasche zu zahlen wenn die Entführer des Kind freiließen.

00:11:50: Am nächsten Tag kamen darauf dann die Antwort.

00:11:53: Die Entführer akzeptierten Konten als Vermittler und damit begann eine Kommunikation, die sich in den folgenden Wochen fast ausschließlich über Briefe, Zeitungsanzeigen- und vereinbarte Treffpunkte abspielen sollte.

00:12:04: Um den zehnten März – das ist jetzt schon neun Tage nach der Entführung – erhielt Konten die Siebzigtausend Dollar Lösegeld in Bar.

00:12:12: Er begann anschließend über Anzeigen in Zeitungen mit den Entführern zu kommunizieren und dabei benutzte er den Namen Jeffsy.

00:12:19: Am zwölften März wurde aus der schriftlichen Kommunikation dann ein persönliches Treffen.

00:12:24: Das kam so zustande, dass Condon nach einem anonymen Telefonanrufe einen weiteren Brief erhielt – darin wurde ihm mitgeteilt, das er eine weitere Nachricht unter einem Stein in der Nähe einer U-Bahn-Station finden würde.

00:12:36: Condon folgte diesen Anweisungen und die Nachricht führte ihn schließlich zum Woodlawn Cemetery in the Bronx.

00:12:43: Dort traf er bei Dunkelheit auf einen Mann, der sich nun John nannte.

00:12:47: Der Mann blieb auf Abstand und Condon konnte ihn nur ganz kurze Zeit beobachten.

00:12:52: John behauptete, dass das Kind in Sicherheit sei, Condon wollte dafür aber einen Beweis – und den sollte er bekommen – und zwar am sechzehnten März, inzwischen mehr als zwei Wochen nach der Entführung.

00:13:02: Da erhielt Condon einen weiteren Lösegeldbrief und den Schlafanzug des Kindes.

00:13:07: Der Schlafanzug wurde anschließend Charles Lindberg übergeben und von ihm als der seines Sohnes identifiziert.

00:13:13: Damit war zumindest klar, der Mann mit dem verhandelt wurde hatte tatsächlich Zugang zu einem Gegenstand des verschwundenen Kindes.

00:13:20: Aber Charles Jr.

00:13:21: selbst blieb verschwundet und die Briefe gingen erst mal weiter.

00:13:25: Am XXI.

00:13:26: März erhielt konnten sie nächste Nachricht.

00:13:28: Die Entführer bestanden weiterhin auf ihren Forderungen und erklärten, dass die Entführung bereits ein Jahr zuvor geplant worden sei.

00:13:35: Für die Ermittler wurden die Briefe inzwischen zu mehr als bloßen Anweisungen für die Lösegeldübergabe, denn sie waren Spuren.

00:13:42: und nicht nur der Inhalt war interessant.

00:13:44: Auch die Art wie diese Brieffe geschrieben waren konnten etwas über den Verfasser verraten.

00:13:48: Die Ermittlern vergleichen zum Beispiel die verschiedenen Schreiben miteinander – die BrIEFE waren handschriftlich verfasst und ihre Sprache ist ja sofort aufgefallen.

00:13:56: Immer wieder tauchten ungewöhnliche Schreibfehler und fremdartige Formulierungen auf.

00:14:01: Bestimmte Buchstaben waren auffällig geformt und manche Fehler wiederholten sich.

00:14:05: Aus Money mit EY am Ende wurde beispielsweise Money mit nur Y am Ende, und Police wurde an Stelle mit CE am Ende mit SE geschrieben – auch Grammatik-und Satzbau wirkten ungewöhnlich.

00:14:18: Stammten all diese Briefe aber tatsächlich von derselben Person oder versuchte jemand eine bestimmte Schreibweise vorzutäuschen?

00:14:26: Die Handschritt wurde damit zu einer wichtigen Spur und sie konnte Hinweise liefern, denn die Ermittler hatten keine DNA.

00:14:32: Sie hatten keine digitale Spur- und auch keine Kameraaufnahme.

00:14:35: Sie hatte nur Papiertinte und die Handschrift eines Menschen dessen Identität sie aber noch nicht kannten.

00:14:41: Also achteten Experten auf Buchstabenformen, Abstände, Schreibfehler und wiederkehrendes Schreibgewohnheiten Und während die Ermitteler versuchten aus den Buchstaben einen Menschen zu machen wartete die Familie Lindberg weiterhin auf die wichtigste Antwort Wo war ihr Sohn?

00:14:57: Kapitel VI.

00:14:58: Die Geldübergabe.

00:15:00: Ende März schien sich die Entführungen ihrem entscheidenden Moment zu nähern.

00:15:04: John Condon erhielt einen weiteren Lösegeldbrief, die Entführer drohten darin ihre Forderung auf ein hunderttausend Dollar zu erhöhen falls ihre Anweisungen nicht befolgt würden.

00:15:15: Am ersten April wurde Condon dann angewiesen das Geld für den folgenden Abend bereit zu halten.

00:15:20: Eine weitere Nachricht führte ihn zu einem Versteck in der Bronx.

00:15:23: Unter einem Stein sollte er einen weiteren Brief finden und diesmal war die Anweisung sehr eindeutig, Konten sollte sich am Abend zum Saint Raymond Cemetery begeben und das Lösegeld mitbringen.

00:15:34: Die geforderte Summe waren nun wieder auf fünfzigtausend Dollar gesunken.

00:15:39: Konten nahm das Geld mit.

00:15:40: auch Charles Lindberg befand sich in der Nähe des Treffpunkts hielt sich bei der eigentlichen Übergabe aber im Hintergrund.

00:15:46: Die genutzten Banknoten waren zuvor sorgfältig registriert worden.

00:15:51: Die Seriennummern wurden dafür notiert, damit die Scheine später identifiziert werden konnten.

00:15:56: Es handelte sich um sogenannte Gold-Citificates.

00:15:59: Diese Banknotendote waren damals noch ein gültiges Zahlungsmittel.

00:16:02: Für die Ermittler waren sie besonders interessant weil jeder einzelne Schein anhand seiner Serien Nummer wieder erkannt werden konnte.

00:16:09: Am Friedhof wartete Konten dann auf den Mann, den er nur als John kannte.

00:16:14: Der Unbekannte blieb hinter einer Mauer verborgen.

00:16:16: Und dann fragte er Konten, ob er das Geld bei sich habe.

00:16:20: Konten übergab die Fünfzigtausend Dollar.

00:16:22: Im Gegenzug erhielt ihr eine Quittung und einen weiteren Brief.

00:16:26: Darin stand eine erfolgversprechende Nachricht.

00:16:29: Das Kind, so behauptete John in dem Brief befinde sich auf einem Boot namens Nelly und zwar in der Nähe von Martha's Winniard in Massachusetts.

00:16:36: Und noch am selben Abend begann die Suche nach diesem Boot aber sie blieb leider erfolglos.

00:16:42: weder die Nelly noch das Kind konnten gefunden werden.

00:16:46: Die Lösegeldübergabe hatte also nicht das gebracht worauf die Familie gehofft hat.

00:16:50: Ob John von Anfang angelogen hatte oder selbst glaubte, das Kind befinde sich dort.

00:16:55: Das ließ sich zu dem Zeitpunkt noch nicht klären.

00:16:57: Es stand nur fest, dass Geld war weg und Charles Limbock Jr.

00:17:01: blieb weiterhin verschwunden.

00:17:06: Nach der erfolglosen Suche nach der Nelly ging die Suche weiter nach Charles.

00:17:11: Die Ermittler erhielten weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung.

00:17:14: Manche Menschen behaupteten, das Kind gesehen zu haben.

00:17:17: Andere nannten mögliche Verdächtige oder berichteten von angeblichen Geständnissen.

00:17:22: Einige Hinweise waren gut gemeint und andere waren einfach nur falsch.

00:17:26: Manche stammten von Menschen die die Aufmerksamkeit suchten, die dieser Fall inzwischen überall auf sich zog.

00:17:32: Die Ermittler mussten deshalb nicht nur nach neuen Spuren suchen Sie mussten gleichzeitig herausfinden welchen dieser Hinweise sie überhaupt vertrauen konnten.

00:17:41: Dann am zwölften Mai kam es zu einer Entdeckung, die den Fall für immer verändern sollte.

00:17:47: Jetzt befinden wir uns zeitlich also zweieinhalb Monate nach der Entführung.

00:17:52: Ein Lastwagenfahrer und sein Begleiter fanden in der Nähe des Lindberg Anwesens die teilweise vergrabenen Überreste eines Kindes.

00:18:00: Der Fundort lag nur wenige Kilometer vom Haus entfernt.

00:18:04: Die Überresten wurden damals als die des vermissten Charles Lindberg Junior identifiziert.

00:18:09: Die Untersuchung ergab, dass der Junge bereits seit ungefähr zwei Monaten tot war.

00:18:13: Als Todesursache wurde eine schwere Verletzung am Kopf festgestellt.

00:18:16: Damit veränderte sich der Charakter der Ermittlung vollständig.

00:18:19: Bis zu diesem Tag hatte die Polizei nach einem entführten Kind gesucht – jetzt musste sie einen Mörder finden.

00:18:25: Kapitel VIII Aus einer Entführung wird ein Bundesfall.

00:18:30: Der Lindberg-Fall hatte inzwischen nicht nur die Öffentlichkeit erschüttert er zeigte auch ein strukturelles Problem der amerikanischen Strafverfolgung.

00:18:37: Die Entführung hatte in New Jersey stattgefunden.

00:18:40: Die Lösegeldverhandlungen führten nach New York, der Täter konnte theoretisch jederzeit eine Stadtgrenze überqueren.

00:18:46: Doch die Polizei arbeitete damals vor allem innerhalb der Grenzen einzelner Bundesstaaten.

00:18:52: Informationen mussten zwischen verschiedenen Behörden weitergegeben werden.

00:18:56: Ein einheitliches nationales Verhandlungssystem, wie wir es heute kennen, existierte damals noch nicht.

00:19:01: Das FBI war bereits eine Bundesbehörde – spielte in den ersten Wochen des Falls aber nur eine unterstützende Rolle.

00:19:08: Die Ermittlungen wurden vor allem von der New Jersey State Police und örtlichen Behördien geführt.

00:19:13: Die Entführung fiel außerdem genau in einer Zeit, in der in Washington über eine stärkere Zuständigkeit des Bundes bei Entführungen diskutiert wurde.

00:19:21: Am twentyzendsten Juni, der Kongress schließlich den Federal Kidnapping Act verabschiedete.

00:19:28: Der wurde später als Lindberg Law bekannt.

00:19:30: Damit wurden bestimmte Ermittlungen zu Bundesverbrechen – insbesondere wenn Täter oder Opfer Stadtgrenzen überschritten.

00:19:37: Das FBI erhielt dadurch deutlich größere Möglichkeiten bei solchen Fällen zu ermitteln.

00:19:42: Doch das neue Gesetz konnte den Lindberg-Fall nicht lösen, die Ermittler hatten weiterhin ein totes Kind eine beschädigte Leiter mehrerer Lösegeldbriefe und einen unbekannten Mann der sich John nannte.

00:19:53: was ihnen fehlte war eine Verbindung zu einer konkreten Person.

00:19:57: deshalb ging die Suche weiter.

00:19:59: Die nächsten zwei Jahre waren geprägt von Hinweisen, Verdächtigen und immer neuen Ermittlungsansätzen.

00:20:05: Die Polizei verfolgte Spuren in verschiedene Richtungen.

00:20:08: Hinweise führten zu bekannten Kriminellen, zu angeblichen Mitwissern und zum Menschen die behaupteten Kontakt zu den Entführern zu haben.

00:20:15: Viele dieser Spuren erwiesen sich als falsch – das FBI beschreibt die Menge an Fehlinformationen später als gewaltig!

00:20:22: Trotzdem musste jeder Hinweis zunächst überprüft werden, weil niemand am Anfang wissen konnte welche davon tatsächlich etwas mit dem Fall zu tun hatte.

00:20:30: Eine Spur blieb aber bestehen – nämlich das Lösegeld!

00:20:34: Die Seriennummern der Gold-Sotificates.

00:20:36: die waren ja dokumentiert worden.

00:20:37: Banken, Geschäfte, Tankstellen und andere Unternehmen wurden aufgefordert auf diese Scheine zu achten.

00:20:43: Die Fadung funktionierte damals ja wirklich vollständig analog ohne Computer.

00:20:48: Die Informationen wurden auf Papier verbreitet.

00:20:51: Listen- und Seriennummern wurden an Mitarbeiter verteilt, wenn ein verdächtiger Schein auftauchte, sollte die Polizei informiert werden.

00:20:58: Dann im Jahr nineteenhundertdreiunddreißig tauchten plötzlich hunderte der Lösegeldscheine bei der Federal Reserve Bank in New York auf.

00:21:05: Fast dreihundert Goldsitifikets stammten offenbar aus derselben Lösegelzumme.

00:21:10: Doch auch diese Spur führte zunächst nicht zum Täter.

00:21:13: Der Name und die Adresse desjenigen, der das Geld eingezahlt hatte, konnte nicht zu einer Person zurückverfolgt werden – die Ermittler mussten weiter warten!

00:21:21: Und dann begann sich im Sommer hier etwas zu verändern.

00:21:25: Wieder tauchten Gold-City-Fickets auf, diesmal nicht hunderte auf einmal sondern einzelne Scheine….

00:21:31: und dieses Mal sollten sie eine Spur hinterlassen.

00:21:37: Mehr als zwei Jahre nach der Entführung tauchten in New York wieder einzelne Gold-Cityfickets aus dem Lindberglösegeld auf.

00:21:45: Die Ermittler begannen jeden Fund genau zu dokumentieren und die Fundorte auf Karten einzutragen, so entstand nach und nach ein Bild davon wo die Scheine auftauchten – dann kamen der entscheidende Hinweis!

00:21:56: Ein Mann zahlte an einer Tankstelle mit einem zehn Dollar Gold-cityfit und der Tankwart wurde misstrauisch.

00:22:02: Er notierte die Nummer des Scheins und das Kennzeichen des Autos, mit dem der Mann die Tankstelle wieder verließ.

00:22:08: Das Kennzeichend führte zu einem Bruno Richard Hauptmann – plötzlich hatte man einen Namen!

00:22:13: Hauptmann lebte in der Bronx.

00:22:15: Er war deutsche Einwanderer und arbeitete als Schreinarm.

00:22:18: Er hatte Erfahrung mit Holz- und Werkzeugen.

00:22:21: Für die Ermittler war das verständlicherweise höchst interessant, denn schon seit der Tatnacht war bekannt dass die Leiter am Lindberghaus offenbar sorgfältig gebaut und mit handwerklichem Geschick zusammengesetzt worden war.

00:22:33: Aber ein Goldschein allein bewies noch keine Entführung.

00:22:37: Die Polizei begann deshalb Hauptmann zu beobachten.

00:22:39: In einer Nacht im September wurde sein Haus überwacht.

00:22:42: Am Morgen verließ Hauptmann das Gebäude und kurz darauf wurde er festgenommen.

00:22:47: Bei ihm selbst wurde ein weiterer Gold-Cityficket gefunden, doch das war erst der Anfang.

00:22:51: Die Ermittler durchsuchten anschließend auch sein Haus und seine Garage – und dort fanden sie mehr als dreizehntausend Dollar in Gold-cityfickets aus dem Lindberglösegeld.

00:22:59: Er besaß einen erheblichen Teil des Geldes, das fast zweieinhalb Jahre zuvor an den Entführer übergeben worden war.

00:23:06: Hauptmann erklärte aber das Geldstamme gar nicht von ihm.

00:23:09: Er behauptete, sein früherer Bekannter Isidore Fisch habe ihm eine Kiste mit persönlichen Gegenständen hinterlassen und darin haben sich auch das Geld befunden.

00:23:17: Die Ermittler glaubten diese Erklärung aber nicht.

00:23:20: Jetzt musste die Staatsanwaltschaft zeigen dass Hauptmann nicht nur im Besitz des Lösegeldes gewesen war sondern sie mußt ihn mit der Entführung selbst in Verbindung bringen.

00:23:31: Der Besitz des Lösegelds war ein wichtiger Ausgangspunkt, aber für einen Mordprozess reichte er allein nicht aus.

00:23:37: Die Ermittler suchten deshalb nach weiteren Verbindungen zwischen Hauptmann und der Entführung – und eine davon lag in seiner Handschrift.

00:23:44: Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass Hauptmann die Lösegeldbriefe tatsächlich geschrieben hatte.

00:24:01: Für die Staatsanwaltschaft war das ein entscheidender Hinweis – wenn Hauptmann tatsächlich der Verfasser war, dann verbannt ihn die Handschrift direkt mit der Entführung.

00:24:09: Doch die Ermittler hatten noch eine weitere Spur, nämlich die Leiter.

00:24:12: Bereits kurz nach der Entführung war er schon aufgefallen, dass sie ungewöhnlich konstruiert war.

00:24:17: Sie bestand aus verschiedenen Holzstücken und war offenbar von jemandem gebaut worden, der Erfahrung mit Holz- und Werkzeugen hatte.

00:24:23: Ein Holzexperte untersuchte die Leiter besonders genau.

00:24:27: Er analysierte die Holzarten, die Konstruktionen, Säge und Hobelspuren sowie einzelne Verbindungsstücke.

00:24:34: Besonders wichtig wurde ein Teil der Leiter, der später als RAIL-VI bezeichnet wurde.

00:24:40: Es wurde eine Verbindung zwischen diesem Holzstück und einem Stück Holz hergestellt das auf Hauptmanns Dachboden fehlte.

00:24:47: Außerdem wurden Werkzeugsspuren untersucht, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zu Werkzeugen aus Hauptmannsbesitz passten.

00:24:53: Und damit entstand eine weitere Verbindung.

00:24:55: Hauptmann hatte Erfahrung mit Holz und er besaß Werkzeuge.

00:24:59: In seinem Haus fand sich Holz das Nach Auffassung der Ermittler mit der Leiter verbunden werden konnte.

00:25:05: Dieser Leiter war am Fenster des Kinderzimmers gefunden worden.

00:25:07: Es kam noch eine weitere Spur hinzu.

00:25:10: In Hauptmanns Haus fanden die Ermittlerinformationen zu John Condon, dem Mann der das Lösegeld übergeben hatte.

00:25:15: Für die Staatsanwaltschaft war das ein Hinweis darauf, dass Hauptmannn Condon gekannt haben musste.

00:25:21: Die Verteidigung hielt dagegen, dass Condon durch die intensive Berichterstattung über den Fall öffentlich bekannt war.

00:25:27: Auch hier konnte dieselbe Tatsache also unterschiedlich interpretiert werden.

00:25:31: und schließlich gab es die Zeugenaussagen.

00:25:34: John Condon identifizierte Hauptmann als den Mann, den er am Friedhof als John getroffen hatte.

00:25:40: Auch Charles Lindberg erklärte Hauptmanns Stimme wieder zu erkennen – doch die Begegnung mit John hatte bei Dunkelheit stattgefunden und Condon hatte den Mann nur aus begrenzter Entfernung gesehen.

00:25:52: Damit wurde eine weitere Frage wichtig.

00:25:54: Wie zuverlässig kann sich ein Mensch nach Jahren an einen Gesicht oder an eine Stimme erinnern?

00:25:59: Die Staatsanwaltschaft hatte inzwischen eine ganze Reihe von Indizien.

00:26:03: Aber keines davon war ein direkter Augenzeugenbeweis für die Entführung selbst, aber zusammen ergaben sie eine Geschichte, die Hauptmann direkt mit dem Fall verbannt.

00:26:12: Anfang nineteenhundertdreißig begann in Flemington New Jersey der Prozess gegen Bruno Richard Hauptmann.

00:26:22: Er dauerte fünf Wochen.

00:26:24: Schon vor dem ersten Verhandlungstag war klar dass dies kein gewöhnlicher Prozess werden würde.

00:26:29: Hunderte Reporter kamen nach Flemington.

00:26:32: Zeitungen im ganzen Land berichteten über die Verhandlung.

00:26:35: Der Fall war inzwischen ein nationales Medienereignis geworden.

00:26:38: Die Staatsanwaltschaft versuchte, aus den einzelnen Spuren eine geschlossene Geschichte zu machen.

00:26:43: Hauptmann so die Anklage hatte die Leiter gebaut oder zumindest zusammengebaut.

00:26:48: Er war damit zum Kinderzimmer gelangt.

00:26:49: er hat die Lösegeldbriefe geschrieben.

00:26:51: er hatte das Geld erhalten und später hatte er einen Teil des Geldes ausgegeben und einen anderen Teil versteckt.

00:26:57: diese Beweise sollten sich gegenseitig bestätigen.

00:27:00: Die Handschriftverband haut man mit dem Briefen.

00:27:08: Condon und Lindbergh verbanden ihn mit John.

00:27:11: Und die in seinen Besitz gefundenen Gold-Synthefikets, die verbannten ihnen mit den fünfzigtausend Dollar, die neunzehnhundertzweiunddreißig an den Entführer gezahlt worden war.

00:27:19: Die Verteidigung, die versuchte dagegen genau diese Verbindungen infrage zu stellen.

00:27:24: Sie stellte die Handschriftenanalyse infrage und sie grifft die Interpretation der Leiter an.

00:27:28: Sie verwies auf mögliche Probleme bei den Zeugenerkennungen und sie hielt an Hauptmanns Erklärung fest, dass das Geld von einem Mann namens Isidor Fisch

00:27:36: stammet.".

00:27:37: Und damit standen sich im Gerichtssaal zwei unterschiedliche Geschichten gegenüber.

00:27:40: Die Staatsanwaltschaft präsentierte eine Kette von Indizien und die Verteidigung versuchte, die einzelnen Glieder dieser Kette voneinander zu trennen.

00:27:49: Am Ende musste eine Jury entscheiden ob die Beweise ausreichten.

00:27:56: Zum Ende des Gerichtsverfahrens verkündete die Jury ihr Urteil.

00:28:00: Bruno Hauptmann wurde wegen Moor des ersten Grades schuldig gesprochen.

00:28:04: Er erhielt die Todesstrafe Doch damit war der Fall noch nicht beendet, die Verteidigung legte Berufung ein.

00:28:11: Das Urteil wurde im Oktober des selben Jahres vom Obersten Gerichtshof von New Jersey aber bestätigt.

00:28:17: Ein weiterer Versuch den Fall vor dem Supreme Court der Vereinigten Staaten zu bringen, der Scheit hatte.

00:28:22: Die Hinrichtungen wurden mehrmals verschoben, aber im April neunzehnhundertsechsunddreißig wurde Bruno Richard Hauptmann schließlich im Staatsgefängnis von New jersey auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

00:28:32: Hauptmann hat bis zuletzt seine Unschuld beteuert.

00:28:35: Mit seinem Tod endete der juristische Teil des Falles.

00:28:38: Aber was blieb sind historische Fragen?

00:28:41: War Hauptmann tatsächlich der alleinige Täter, gab es einen Komplizen?

00:28:46: Wie zuverlässig waren die Handschriften und die Holzanalysen?

00:28:49: Wie sicher waren die Zeugenerkennungen und welche Bedeutung hatten die Fehler und Unsicherheiten der Ermittlungen?

00:28:54: Die Gerichte hatten die Indizien für ausreichend gehalten doch später wurden einzelne Aspekte des Falls immer wieder neu untersucht und diskutiert.

00:29:02: Der Lindberg-Fall ist heute auch deshalb so interessant, weil er nämlich zeigt wie sich Ermittlungen verändern können wenn ein Fall von Anfang an unter enormem öffentlichen Druck steht.

00:29:12: Das erste Problem begann ja bereits in der Tat Nacht.

00:29:15: Der Tatort wurde nicht abgesichert wen man es heute machen würde und viele Menschen bewegen sich auf dem Grundstück.

00:29:31: Aber um jetzt nochmal ganz kurz zu den Eltern von Charles Jr.

00:29:34: zu kommen, für die war der Fall ja gar nicht beendet, denn ihr Sohn war tot – die Suche, die mehr als zwei Monate lang ihr Leben bestimmt hatte hat mit einer Tragödie geendet.

00:29:45: Charles und Anne bekamen später weitere Kinder doch der Verlust ihres ersten Sohnes blieb ein prägendes Ereignis in ihrem Leben.

00:29:52: Auch die Öffentlichkeit ließ die Familie nicht einfach in Ruhe.

00:29:55: Der Lindberg-Fall war inzwischen zu einem der bekanntesten Verbrechern Amerikas geworden, jeder Schritt der Familie wurde von Zeitungen und Fotografen beobachtet – und schließlich zogen Charles und Ann sich zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurück.

00:30:08: Nach der Verurteilung von Bruno Richard Hauptmann verließen sie die Vereinigten Staaten um gegen nach England.

00:30:14: Der Fall hat also wirklich ihr komplettes Leben verändert!

00:30:18: Und damit sind wir am Ende unserer heutigen Geschichte angekommen?

00:30:21: wirklich ganz tragisch, was der Familie da passiert ist.

00:30:24: Ich hoffe, der Fall hat euch trotzdem interessiert!

00:30:26: Wir hören uns wieder in unserer nächsten Folge dann auch wieder mit einem spannenden Thema.

00:30:31: Bis dahin.

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