23. Der Marianengraben

Shownotes

Wie tief ist der tiefste Punkt unseres Planeten wirklich? Warum ist der Marianengraben entstanden? Weshalb herrscht dort unten ein Druck, der selbst Spezial-U-Boote an ihre Grenzen bringt? Und wie kann in absoluter Dunkelheit überhaupt Leben existieren?

In dieser Folge von Wissenshelden reisen wir an den tiefsten bekannten Ort der Erde. Wir sprechen über die Entstehung des Marianengrabens, seine Verbindung zur Plattentektonik, die ersten Expeditionen, James Camerons spektakulären Solo-Tauchgang und darüber, warum wir über die Tiefsee bis heute erstaunlich wenig wissen.

Eine Reise in eine Welt, die fremder wirkt als viele Orte im Weltall und doch direkt zu unserem eigenen Planeten gehört.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marianengraben

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00:00:02: Wissenshelden – der Podcast, der spannendes Wissen einfach und verständlich erklärt.

00:00:08: Sorgfaltig recherchiert und in jeder Folge ein neues Thema zum Mitdenken!

00:00:13: Hallo meine Lieben und willkommen zurück bei Wissenzelden, eurem Podcast für spannende Themen aus dem Weltgeschehen und echtes Wissen das euch weiterbringt.

00:00:21: Schön dass ihr auch heute wieder mit dabei seid und egal ob ihr gerade im Auto sitzt, spazieren geht oder den Podcast nebenbei beim Putzen- oder Aufräumen hört macht es euch gemütlich.

00:00:33: Ich freue mich sehr, dass ich die nächsten Minuten wieder gemeinsam mit euch verbringen darf und heute reisen wir an einen Ort den wahrscheinlich die wenigsten von uns jemals zu Gesicht bekommen werden.

00:00:44: Also ich glaube das ich da nicht hinreisen werde.

00:00:47: Wir Menschen waren ja schon auf dem Mond!

00:00:49: Wir haben auch schon Sonden zum Mars geschickt.

00:00:52: Aber es gibt einen Ort auf dieser Erde, den wir bis heute nur in Bruchstücken kennen.

00:00:57: Der liegt fast elf Kilometer unter der Meeresoberfläche und ist so extrem das nur eine Handvoll Menschen ihn jemals besucht hat!

00:01:06: Und genau dahin nehme ich euch heute mit – nämlich zum Marianengraben.

00:01:11: Stell dir vor du stehst am Rand eines gigantischen Abgrunds nicht irgendwo auf einem Berg oder einer Schlucht an Land sondern mitten im Ozean.

00:01:20: Unter dir ist jetzt nicht einfach nur ein bisschen Wasser.

00:01:24: Es geht fast elf Kilometer tief runter.

00:01:27: Elf Kilometer, das sind elf tausend Meter!

00:01:30: Das ist so absurd tief dass man sich das fast nur mit einem Vergleich vorstellen kann.

00:01:35: Der Mount Everest würde da unten nicht mal herausragen.

00:01:39: Über den hatten wir ja schon gesprochen, kürzlich in einer Folge.

00:01:42: Und wer gut aufgepasst hat, der weiß dass der eight-tausend achthundert-achtundvierzig Meter hoch ist.

00:01:47: Das heißt wenn man denen diesen Graben werfen würde dann wird er oben gar nicht mehr rausgucken.

00:01:51: aber wir sprechen heute natürlich nicht schon wieder über dem Mount Everest sondern über den Mariannengraben.

00:01:55: und das es nicht nur irgendein Loch irgendwo im Meer sondern es is die tiefste bekannte Stelle aller Weltmeere.

00:02:01: ein Ort an dem extremer Druck herrscht völlige Dunkelheit und eisige Kälte aber auch trotzdem Leben.

00:02:08: Ein Ort, an dem Forscherinnen und Forscher jahrzehntelang nur messen konnten was da unten ungefähr los ist.

00:02:15: Und an dem erst sehr spät Menschen runtergetaucht sind.

00:02:18: Heute wollen wir mal Schritt für Schritt darunter gehen aber chronologisch vom Entstehen dieses unglaublichen Ortes bis zu den Menschen die ihn besucht haben.

00:02:26: Wir schauen uns auch an warum dieser Graben überhaupt so faszinierend ist.

00:02:30: Aber erstmal wo liegt dieser Marianne Graben?

00:02:34: Der liegt im westlichen Pazifik östlich der Philippinen und nahe der Marianneninseln.

00:02:39: Er ist eine riesige Tiefserie, also eine langgezogene Senke im Meeresboden.

00:02:45: Wenn man auf eine Weltkarte schaut, dann wirkt es erst mal etwas unscheinbar – das ist halt so ein kleiner Fleck!

00:02:50: Also nichts was direkt nach wow aussieht.

00:02:53: Aber unter der Wasseroberfläche liegt einer der extremsten Landschaften unseres Planeten.

00:03:01: Also nicht einfach nur ein kleiner Krater, sondern eine ganze Zone die sich wie eine gigantische Narbe durch den Ozeanboden zieht.

00:03:09: Und an seinem tiefsten Punkt liegt das berühmte Challenger Tief und das ist der Ort an dem die Erde in die größte bekannte Tiefe abtaucht.

00:03:16: Das Wort Tief bekommt hier also echt eine ganz neue Bedeutung.

00:03:20: Aber wie entsteht so ein Graben überhaupt?

00:03:22: Jetzt wird es ein bisschen geologisch.

00:03:23: Der Marianngraben ist entstanden weil sie hier zwei Erdplatten gegeneinander bewegen.

00:03:29: Die pazifische Platte schiebt sich unter die philippinische, beziehungsweise den angrenzenden Bereich.

00:03:34: Und das nennt man eine Subduktion und Subduction ist im Grunde wie ein gigantischer langsamer Kampf im Zeitraffer der Erdgeschichte.

00:03:43: Eine Platte drückt sich dabei unter die andere.

00:03:46: Der Meeresboden wird nach unten gezogen und über Millionen von Jahren entsteht daraus diese extreme Tiefseerinner.

00:03:52: Das ist wichtig, weil der Marianngraben nicht einfach zufällig da ist.

00:03:55: Er ist nämlich das Ergebnis von dieser Bewegung.

00:03:58: Die Erde ist ja nicht starr sondern sie is lebendig im geologischen Sinne unter unseren Füßen und unter den Ozeanen.

00:04:05: Da passiert ständig etwas und platten.

00:04:07: tektonik klingt in der schule manchmal ziemlich trocken aber eigentlich Ist dass das system das berge baut das oceane vormt vulkaner entstehen lässt und erdbeben verursacht Und der Mariann graben ist eines der krassesten beispiele dafür.

00:04:22: Stichwort Erdbeben, Erdplatten und Subduktion.

00:04:24: Da dürften einige unserer regelmäßigen Hörer jetzt aufhorchen denn darüber haben wir ja schon eine unserer Folge über das Unglück von Fukushima gesprochen.

00:04:31: Tatsächlich haben der Marianngraben und das Erdbeben von Fukushima denselben Ursprung.

00:04:36: In beiden Fällen schiebt sich eine Erdplatte unter einer anderen, aber da gibt es einen entscheidenden Unterschied – den Marianngraben ist das Ergebnis dieser Bewegungen über Millionen von Jahren!

00:04:46: Das Erddbeben vom Fukushima dagegen, das ist ein plötzlicher Ruck bei dem sich gewaltige Spannungen innerhalb weniger Minuten entladen haben.

00:04:53: Und genau dieser Ruck löste dann eben diesen verheerenden Tsunami aus.

00:04:57: Wenn euch das interessiert, dann hört mal in die Folge rein….

00:05:01: Der Marianengraben zeigt also, was passiert wenn Erdplatten über unvorstellbar lange Zeiträume hinweg in Bewegung bleiben.

00:05:08: Und Fukushima zeigt etwas passiert, wenn diese Bewegungen plötzlich und explosionsartig spürbar wird.

00:05:13: Aber wir sprechen hier nicht von derselben Stelle auf der Erde – der Marianengraben liegt an der Grenze zwischen der Pazifischen und der Philippinischen Platte und das Erdbeben von Fukushima ereignete sich dagegen an der japanischen Tiefseerinde.

00:05:24: Der Name Marianengraben hat eine Geschichte, die man an diesem abgelegenen Ort nicht vermuten würde.

00:05:31: Denn der Grabe wurde nach einer Inselgruppe benannt, nämlich den Marianeninsel.

00:05:35: Diese liegen auch im westlichen Pazifik östlich der Philippinen und südlich von Japan.

00:05:40: Und der Graben verläuft unmittelbar neben dieser Inselkette.

00:05:44: Von dieser Insellkette erhielt ihr seinen Namen.

00:05:46: Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende, denn die Marianeninseln haben ja irgendwann ihren Namen bekommen.

00:05:52: Die wurden im siebzehnten Jahrhundert von den Spaniern nach Maria Anna von Österreich benannt.

00:05:57: Das war die damalige Königin von Spanien.

00:05:59: Auf Spanisch sagte man, Maria Anna de Ostria.

00:06:02: Heute gehören die Marianninsel teilweise zu den Vereinigten Staaten und teilweise bilden sie ein eigenständiges Territorium in Pazifik.

00:06:09: Der Name aber, der ist geblieben und damit auch die Geschichte, die er erzählt.

00:06:13: Und jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich warum wurde die Inselgruppe im Pazifik überhaupt nach einem Namen einer spanischen Königin benannt?

00:06:19: Dann kann ich euch dafür natürlich auch die Antwort sagen.

00:06:21: das liegt mehrere Jahrhunderte zurück und im sechzehnten und siebzehnt Jahrhundert baute Spanien ein riesiges Kolonialreich auf dass sich nicht nur über Europa und Südamerika erstreckte, sondern bis weit in den Pazifik hineinreichte.

00:06:35: Und die Marianeninsel, die gehörten damals zu diesem Reich und im Jahr sixteenhundert achtundsechzig benannten spanische Missionare der Inselgruppe eben nach dieser Maria Anna von Österreich.

00:06:46: Jetzt springen wir mal in die Zeit als Menschen begannen die Ozeane systematisch zu vermessen.

00:06:52: Im neunzehnten Jahrhundert war die Thiefsee nämlich noch fast komplett unbekannt.

00:06:57: Man wusste, dass sie existiert, man hat geahnt, das sie gewaltig sein musste aber wie tief sie tatsächlich war, das wusste niemand.

00:07:05: und dann kam des jahr eighteenhundratfünfundsiebzig Die britische HMS Challenger befand sich auf einer Forschungsreise rund um die Welt.

00:07:13: Das war eine Expedition und ein Teil dieser Expedition war sehr ärgerzicht.

00:07:18: Die Wissenschaftler wollten Strömungen, Temperaturen, Meereslebewesen und den Meeresboden untersuchen Und dabei stießen sie auf eine Stelle die sich als einer der tiefsten Regionen des Marianengrabens herausstellen sollte.

00:07:31: Damals war ja Tiefseeforschung noch echte Pionierarbeit.

00:07:34: Es gab weder so nahe Noch ferngesteute unter Wasserfahrzeuge oder Kameras.

00:07:39: Stattdessen ließen die Forscher lange Seile mit Gewichten ins Meer hinab.

00:07:43: Und dann haben sie quasi gewartet, bis die Gewichte den Meeresboden erreichten und maßend die Länge der Leine.

00:07:49: Das Sonar wurde erst viele Jahrzehnte später entwickelt – das Prinzip dahinter ist ja eigentlich ganz einfach!

00:07:55: Ein Schiff sendet Schallwellen aus und diese breiten sich im Wasser aus, treffen auf den Meereboden und werden zurückgeworfen.

00:08:02: Und aus der Zeit, die das Echo für den Hin- und Rückweg benötigt, da lässt sich dann die Tiefe berechnen.

00:08:08: Der Orientierungssinn von Fledermäusern oder Delfinen funktioniert im Prinzip auch so.

00:08:14: Diese Methode gab es damals aber noch nicht weshalb man auch noch nicht wusste dass der Meeresboden nicht einfach flach ist denn der Boden ist ja voller Strukturen unterschiedlicher Gegebenheiten und geologischer Extreme Und der tiefste Punkt des Marianengrabens, der liegt ungefähr bei elf Kilometern unter dem Meeresspiegel.

00:08:31: Je nach Messung und Höhe wurden leicht unterschiedliche Werte ermittelt mal etwas über zehntausend neunhundert Meter und mal wirklich knapp unter elftausend Meter aber für den Alter kann man sagen rund Elftausend Meter tief.

00:08:44: und das ist so tief dass man sich das nicht so einfach vorstellen kann.

00:08:46: ich habe ja am Anfang schon mal einen kleinen Vergleich gezogen.

00:08:49: Wenn man den Mount Everest da reinsetzen würde, dann würde der verschwinden.

00:08:52: Seine Spitze wäre immer noch mehr als zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche.

00:08:57: Der Berliner Fernsehturm ist dreihundertsiebzig Meter hoch.

00:09:00: Man könnte also dreißig Fernsehetürme übereinanderstapeln und die würden immer noch da reinpassen.

00:09:05: Und jetzt kommen wir mal zu dem Punkt der den Marianngraben wirklich so extrem macht.

00:09:10: Das ist nämlich der Druck.

00:09:11: Jetzt stellt euch vor, ihr taucht ins Wasser.

00:09:14: Ihr kennt das bestimmt.

00:09:14: mit jedem Meter den ihr tiefer hin abgeleitet lasstet mehr Gewicht auf eurem Körper.

00:09:19: an der Oberfläche merken wir davon kaum etwas.

00:09:22: aber je tiefer man kommt desto gewaltiger werden die Kräfte und am Grund dieses Grabens sind ja fast elf Tausend Meter Wasser über eine.

00:09:30: Jetzt liegt quasi eine Wassersäule über einem, die höher ist als der Mount Everest.

00:09:34: Und diese gewaltige Wassermasse drückt von allen Seiten gleichzeitig auf alles ein was sich dort unten befindet.

00:09:41: Normale U-Boote hätten da unten überhaupt keine Chance – sie würden dem Druck nicht standhalten und deshalb müssen Tauchfahrzeuge für solche Expeditionen speziell konstruiert werden.

00:09:50: Ihre Außenhülle muss enorme Belastungen aushalten, jedes Material wird bis an seine Grenzen gebracht könnte schwerwiegende Folgen haben.

00:10:00: Und deshalb ist die Entdeckung der Tiefse auch so besonders, wir konnten sie lange wirklich kaum erreichen.

00:10:05: und wie gewaltig dieser Druck wirklich ist wurde uns Menschen ja erst im Jahr für das Jahr- und Zweihundzwanzig bewusst.

00:10:10: Da ist es Tauchboot Titan auf dem Weg zum Wrack der Titanic in rund drei tausend achthundert Metern Tiefe implodiert und dabei hat sich noch nicht mal halb so tief wie im Marianngraben befunden.

00:10:22: Wir sprechen hier von elftausend Metern tiefe.

00:10:24: Zu dem Druck kommt aber noch etwas anderes hinzu, nämlich absolute Dunkelheit.

00:10:28: Sonnenlicht kommt nicht mal ansatzweise in diese Tiefe.

00:10:32: Ab einer gewissen Tiefe wird das Meer immer dunkler bis es nur noch schwarz ist.

00:10:36: Im Marianngraben gibt es gar kein Tageslicht, keine Farben, keine Sonne, keinen Sonnaufgang und keinen Sonnenuntergang.

00:10:42: Und dazu ist es auch sehr kalt.

00:10:43: In solchen Tiefen liegt die Temperatur knapp über den Gefrierpunkt.

00:10:47: Das bedeutet ein Ort an dem kein Licht ankommt, in dem es extrem kalt ist und der unter einem gigantischen Druck steht.

00:10:54: Wenn man einen Lebensraum als unfreundlich beschreiben würde, dann wäre dieser hier wahrscheinlich ein ziemlich gutes Beispiel dafür.

00:11:00: Und trotzdem – und das ist jetzt sehr spannend – gibt es dort unten Leben!

00:11:04: Das macht den Marianngraben tatsächlich ziemlich faszinierend, denn lange Zeit dachte man dass in solchen Tiefen kaum etwas leben kann.

00:11:12: Zu wenig Licht zu viel Druck zu kalt und viel zu extrem.

00:11:16: aber die Tiefsee hat die Wissenschaft eines Besseren belehrt Forscherinnen und Forscher haben im Marianengraben Mikroorganismen, Kleins-Lebewesen und andere an diese extremen Bedingungen angepassten Tiere gefunden.

00:11:30: Das Leben da unten funktioniert aber ganz anders als in der Oberfläche – es gibt keine Photosynthese weil auch kein Licht in diesen Tiefen vordringt.

00:11:38: Kleine Abschweifer?

00:11:39: Photosynthesis ist vereinfacht gesagt der Prozess mit dem Pflanzen, Algen und Bakterien Sonnenlicht in Energie umwandeln!

00:11:46: Aus Wasser, Kondioxid und Licht entstehen dabei Nährstoffe und Sauerstoffen.

00:11:50: Man könnte also sagen – fast alles Leben auf der Erde wird letztlich von der Sonne angetrieben!

00:11:54: Und im Marianngraben fällt dieser Motor aber aus.

00:11:57: Da unten ist es vollkommen dunkel.

00:11:58: Stattdessen lebt vieles von Material das aus den oberen Wasserschichten herabsinkt.

00:12:03: Abgestorbene Pflanzenreste, Überreste von Tieren und winzige organische Partikel.

00:12:09: Was an der Oberfläche stirbt kann in der Tiefsee noch lange eine Nahrungsquelle sein….

00:12:14: Und das ist eigentlich ein ziemlich starkes Bild.

00:12:15: Während oben an der Oberfläche alles lebt, blüht, schwimmt und atmet, lebt unten im Marianengraben eine stille dunkle Welt von dem was langsam aus den hellen Schichten des Ozeans herabschwebt.

00:12:27: Jetzt kommen wir zu einer der berühmtesten Geschichten rund um den Marianengraben.

00:12:31: am Dreiundzwanzigsten Januar neunzighundertsechzig tauchen Jack Picard und Don Walsh mit dem Tauchboot Trieste zum Grund des Challenger-Tiefs.

00:12:40: Das war der erste bemannte Tauchgang in diese Tiefe.

00:12:44: Stell dir jetzt mal vor, zwei Menschen sitzen also in einer kleinen extrem robusten Stahlkugel sinken kilometerweit ab in völliger Dunkelheit unter unfassbarem Druck und Wissend – niemand war je hier unten!

00:12:57: Das ist nicht nur wissenschaftlich wichtig, das ist auch menschlich ein unglaublicher Moment.

00:13:01: Beim Absinken hörte Jacques Picard sogar einen Knall.

00:13:04: Das war natürlich erstmal ein Moment, in dem man wahrscheinlich denkt oh nein, jetzt ist alles vorbei….

00:13:09: Am Ende ging die Fahrt aber trotzdem weiter und die Trieste hat den Grund erreicht.

00:13:14: Unten angekommen beobachteten die beiden eben sogar Leben – das war damals eine kleine Sensation, wir hatten ja schon mal darüber gesprochen dass man sich noch nicht sicher war ob in solchen Tiefen überhaupt etwas existieren kann.

00:13:24: Diese Fahrt war also nicht nur ein Rekord sondern sie war auch der Beweis für dieses Leben.

00:13:29: Die Trest war für ihre Zeit damals ein technisches Meisterwerk.

00:13:33: Und es war auch ein symbolischer Moment, so wie Menschen auf den Mond flogen gingen sie hier an einen Punkt der fast genauso fremd wirkt.

00:13:41: Aber danach wurde auch weitergeforscht.

00:13:43: In den letzten Jahren tauchte der Filmregisseur James Cameron mit dem U-Boat Deepsea Challenger in die Tiefe ab, das war nicht nur ein Medienereignis sondern eine wissenschaftliche Expedition.

00:13:54: Cameron sammelte Daten und machte Aufnahmen und halb dabei das Gebiet noch genauer zu dokumentieren.

00:14:00: James Cameron kennt man zwar vor allem als Regisseur von so Filmen wie Titanic oder Avatar.

00:14:06: Aber was viele nicht wissen, er ist ein leidenschaftlicher Tiefsee-Forscher und jahrelang hat er an einem Spezialuhrboot mitgearbeitet, mit dem er dann eben im Jahr zwölf allein bis zu diesem tiefsten Punkt tauchte.

00:14:18: Und sein Ziel war jetzt nicht nur das Abenteuer sondern auch die Wissenschaft.

00:14:22: Er hat Proben gesammelt, machte hochauflösende Aufnahmen und brachte Daten mit an die Oberfläche, die Forschern bis heute helfen, die Tiefse besser zu verstehen.

00:14:31: Und wenn ihr jetzt aufgepasst habt zwischen der ersten bemannten Fahrt, und Cameron's Solo Tauchgang lagen ganze zweiundfünfzig Jahre.

00:14:40: Daran sieht man wie schwierig und aufwendig solche Expeditionen in die Tiefsee sind!

00:14:45: Jetzt wird es interessant.

00:14:46: Es gibt nämlich eine Geschichte das Forschende am tiefsten Punkt Dinge gefunden haben, die da eigentlich gar nichts zu suchen haben zum Beispiel eine Bierflasche Und sowas macht sofort klar, selbst der entlegenste Ort der Erde ist nicht völlig frei von menschlichen Spuren.

00:15:02: Und damit sind wir auch schon bei der dunklen Seite des Marianengrabens, nämlich der Tatsache dass auch der Marianengraben von Unweltproblemen betroffen ist.

00:15:10: Forscher fanden dort nicht nur eine Bierflasche sondern auch Mikroplastik und andere Schadstoffe.

00:15:15: Das zeigt das der Einfluss auf unsere Welt nicht an der Küste endet oder an der Wasseroberfläche.

00:15:19: Selbst die tiefsten Teile des Ozeans sind mit unserer Wegwerfgesellschaft verbunden.

00:15:24: Wenn man kurz darüber nachdenkt dann ist es ziemlich heftig.

00:15:26: da unten wo fast kein Mensch hinkommt findet man trotzdem Spuren von uns.

00:15:31: Aber jetzt könnte man sich auch fragen, warum erforscht man so einen Ort überhaupt?

00:15:35: Und... Warum gibt man sich die Mühe an so ein Ort zu fahren wenn der so gefährlich ist.

00:15:39: Wenn das so teuer ist darunterzukommen denn es ist es tatsächlich und wenn er so schwer zugänglich ist!

00:15:44: Die Antwort ist eigentlich recht simpel weil eben solche Orte uns etwas über die Erde leeren.

00:15:48: Denn wir haben ja heute schon gelernt was der Marianengraben uns über die Platten-Tektonik zeigt.

00:15:53: Er hat uns gezeigt unter welchen Bedingungen Leben existieren kann und er hat uns gezeigt wie weit Technik halt schon gekommen ist.

00:16:00: Naja und dann haben wir ja auch noch gelernt, wie weit unsere Umweltprobleme eigentlich reichen.

00:16:05: Und dann kommt noch dazu dass die Tiefsee einer der letzten großen unerforschten Räume unseres Planeten ist.

00:16:11: Es gibt da also noch sehr viel zu entdecken!

00:16:14: Und dann kommen noch dazu das sich um den Marianangraben ja auch wirklich viele Mythen gerankt haben, die sich als falsch herausgestellt haben.

00:16:21: Früher hat man gedacht, dass dort Monster oder urzeitliche Riesenwesen leben.

00:16:25: Dann wiederum hat man gedacht, dass der Marianengraben tot sein muss weil die Lebensbedingungen da unten so drastisch waren.

00:16:32: Und dann hat man ja festgestellt das ein Ökosystem ist nur eben unter sehr extremen Bedingungen.

00:16:38: Ja den Marianengraben ist einer dieser Orte die zeigen wie extrem unser Planet sein kann und damit sind wir auch schon am Ende unserer heutigen Reise angekommen zumindest gedanklich.

00:16:48: Ich hoffe, euch hat diese Folge gefallen und ihr konntet etwas Neues mitnehmen.

00:16:52: Wenn das so ist, dann freue ich mich natürlich wenn ihr dem Podcast abonniert, ihn bewertet oder mit Freunden und Familie teilt.

00:16:58: Vielen Dank dass ihr heute wieder dabei wart!

00:17:00: Und bis zur nächsten Folge von Wissens Helden.

00:17:02: Die kommt allerdings erst in vier Wochen.

00:17:04: Wir gehen jetzt in eine kleine Sommerpause aber dafür freuen wir uns umso mehr wenn wir uns in vier wochen wieder hören Dann wieder mit einem super spannenden Thema.

00:17:11: Bis dahin.

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