21. Die Everest-Katastrophe 1996

Shownotes

Am 10. Mai 1996 wollten mehrere Expeditionen den höchsten Punkt der Erde erreichen. Doch Verzögerungen beim Aufstieg, überschrittene Umkehrzeiten und ein schwerer Schneesturm verwandelten den Lebenstraum vieler Bergsteiger in einen verzweifelten Überlebenskampf. In dieser Folge schauen wir uns an, wie eine Everest-Expedition überhaupt funktioniert, warum die sogenannte Todeszone so gefährlich ist und weshalb die Ereignisse bis heute als eine der bekanntesten Katastrophen der Bergsteigergeschichte gelten.

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00:00:02: Wissenshelden – der Podcast, der spannende Themen einfach und verständlich erklärt.

00:00:07: Sorgfältig recherchiert und in jeder Folge ein neues Thema zu mitdenken!

00:00:12: Hallo meine Lieben, willkommen zurück bei Wissenshelden.

00:00:15: Euren Podcast für spannende Themen aus dem Weltgeschehen und echtes Wissen, das euch weiterbringt!

00:00:19: Ich bin euer Host Andrea und ich habe heute wieder ein super spannendes Thema für euch mitgebracht.

00:00:24: Und ich kann es schon jetzt sagen – ich verspreche nicht zu viel wenn ich sage dass ihr wirklich heute sehr gebannt zuhören werdet.

00:00:30: Es wird nicht nur sehr interessant sondern auch super spannend.

00:00:33: Menschen machen ja manchmal die seltsamsten Dinge Sie springen aus Flugzeugen Tauchen in tiefe Höhlen, manchmal sogar unter Wasser oder klettern auf die höchsten Berge der Welt.

00:00:44: Obwohl sie diese genauso gut vom Tal aus betrachten könnten und dabei begeben sich auch noch bewusst in Lebensgefahr.

00:00:50: Rein rational ergibt das wenig Sinn.

00:00:53: Wer auf einen Achttausenderberg zum Beispiel steigt, der investiert oft Jahre der Vorbereitung, Zehntausende Euro und akzeptiert ein Risiko dass die meisten Menschen niemals eingehen würden.

00:01:04: Nämlich dass man dabei sogar sein Leben verlieren könnte.

00:01:07: Und trotzdem zieht es jedes Jahr mehrere Menschen an die höchsten Berge der Welt, nicht obwohl sie gefährlich sind sondern oft gerade weil sie gefährlig sind.

00:01:16: Heute werden wir erleben was passiert wenn dieser Ehrgeiz trotz genügend Erfahrung und Vorbereitung zusammenkommt mit einem Gruppendruck und dann auch noch auf unvorhersehbare Naturgewalten des Höchstenbergs der Welt trifft.

00:01:29: Ich möchte euch auf eine kleine Reise mitnehmen und zwar in einer der beeindruckendsten Regionen unseres Planeten Das Himalaya-Gebirge.

00:01:38: Das Himalayagebirge erstreckt sich über mehrere Länder Asiens, darunter Nepal, Indien, Bhutan, Pakistan und Tibet.

00:01:46: Tibet ist eigentlich nicht ganz richtig weil das ein Teil von China ist aber der ist autonom weswegen ich das separat benannt habe.

00:01:53: Es ist es höchste Gebirge der Erde und Heimat einiger der gewaltigsten Berge die Menschen jemals bestiegen haben.

00:01:59: Bemerkenswert ist dabei dass es weltweit nur vierzehn Berge gibt Das sind die sogenannten Achttausender und von diesen vierzehn Giganten befinden sich gleich zehn im Himalaya.

00:02:11: Die übrigen vier liegen in den benachbarten Karakorumgebirge in Pakistan und China, doch unter diesen gewaltigen Bergen gibt es einen der alle anderen überragt – der Mount Everest!

00:02:21: Mit acht tausend achthundert achtundvierzig Metern ist der Mount Everest der höchste Berg der Erde.

00:02:27: Und über diesem Berg wollen wir erstmal ein bisschen mehr wissen.

00:02:31: Viele Menschen stellen sich den Everest ein bisschen wie eine steile Felswand vor.

00:02:36: So sieht er aber gar nicht aus und vor allem hat er ganz unterschiedliche Gegebenheiten.

00:02:41: Am Fuß des Berges führen die Wege erst mal durch grüne Wälder und Täler, mit zunehmender Höhe verschwinden die Pflanzen langsam.

00:02:48: stattdessen bestimmen Felsen, Geröll und irgendwann Eis- und Schneedielandschaft Oberhalb von etwa fünftausend fünfhundert Metern beginnt eine lebensfeindliche Welt aus Geletschern, steilen Eis flanken und Tiefengletscher spalten Und je höher man steigt, desto kager und unwirtlicher wird diese Umgebung.

00:03:06: Auch die Temperaturen ändern sich drastisch.

00:03:09: Im Basislage auf rund fünf tausend dreihundert Metern liegen sie im Frühjahr tagsüber oft knapp über dem Gefrierpunkt.

00:03:17: Und nachts können Sie auf minus fünfzehn bis minus zwanzig Grad Celsius fallen!

00:03:21: In Gipfel näher herrschen selbst bei gutem Wetter meist Temperaturens zwischen minus vormundzwanzig und minus vomund dreißig Grad.

00:03:28: kommen dann auch noch Stürme und Wind dazu, kann es sich wie minus fünfzig oder sogar wie minus sechzig Grad anfühlen.

00:03:35: In dieser Höhe kann ungeschützte Haut bereits nach wenigen Minuten erfrieren.

00:03:39: Die heute meist genutzte Route des Everest führt über die Südseite in Nepal über lange Eis- und Schneeflanken bis zum Gipfel.

00:03:47: Technisch gilt diese Route im Vergleich zu anderen achttausendern nicht unbedingt als eine der schwierigsten Bergrouten Aber am Everest scheitern die meisten Menschen nicht unbedingt an schwierigen Kletterpassagen, sie scheittern an der Höhe.

00:03:59: Allein das Basislager, das habe ich ja vorhin schon mal erwähnt, liegt auf dem Mount Everest auf rund fünftausend dreihundert Metern Höhe – dazu zum Vergleich der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze ist nur zwei tausend neunhundundsechzig Meter hoch!

00:04:14: Von diesem Basislage aus arbeiten sich dann entsprechende Expeditionen mit ihren Bergsteigern über mehrere Zwischenlager immer weiter nach oben.

00:04:22: Zunächst führt der Weg durch ein gewaltiges Labyrinth aus haushohen Eisblöcken, tiefen Gletscher spalten und teilweise instabil in Eisformationen.

00:04:32: Viele Bergsteige betrachten diesen Abschnitt als einen der gefährlichsten Teile der gesamten Route.

00:04:37: Wenn man diesen Teil überquert hat dann kommt man am Camp I an Denn der Berg ist unterteilt auf unterschiedliche Camps bei denen man dann stoppen sich zeitweise aufhält um sich dann vorzubereiten für das nächste Camp.

00:04:48: Und über dem ersten Camp liegt dann das sogenannte Western Coom.

00:04:52: Das ist ein breites Tal aus Schnee und Eis, was relativ flach ist – und es wirkt auch total friedlich!

00:04:58: Aber durch die intensive Sonneneinstrahlung, die dann auch noch von allen Seiten reflektiert, kann er sich tagsüber wie ein riesiger Backofen aufheizen.

00:05:06: Da muss man erst mal durch.

00:05:07: Danach erreicht man das Camp zwei.

00:05:10: Danah folgt die Lotse-Flanke.

00:05:12: Das is eine steile Eiswand an der sich Bergsteige an Fixseilen nach oben bewegen.

00:05:17: Diese Flanke gehört übrigens nicht direkt zum Everest, sondern zum Nachbarberg.

00:05:21: Und diese Steilwand müssen die Bergsteiger erklimmen um zum Südsattel des Everest zu kommen.

00:05:26: und mitten auf dieser Flankel liegt das Camp III und das Camp IV liegt dann auf dem Südsattel der eben nach dieser Loze-Flanke kommt.

00:05:33: Oberhalb des Camp IV in Höhe von etwa acht tausend Metern beginnt die sogenannte Todeszone.

00:05:39: Dort enthält die Luft nur noch ungefähr ein Drittel des Sauerstoffs den wir hier im Alltag zur Verfügung haben.

00:05:45: Der menschliche Körper arbeitet in dieser Höhe am absoluten Limit.

00:05:48: Jede Bewegung kostet enorme Kraft, Denken, Entscheidungen treffen und selbst einfache Handgriffe werden zunehmend schwieriger.

00:05:57: Von hier aus starten die Bergsteiger meistens dann gegen Mitternacht ihren Gipfelversuch.

00:06:02: Die Temperaturen können dort selbst bei gutem Wetter auf minus dreißig bis minus vierzig Grad Celsius fallen Und nach Stunden des Aufstiegs von da aus erreichen die Bergsteiger dann zunächst den Südgipfel und später den eigentlichen Gipfel des Everest.

00:06:15: Das kann bis zu zehn Stunden dauern.

00:06:17: Da wartet wiederum eine bittere Wahrheit, denn der Gipfel ist nur die Halbzeit!

00:06:21: Wer oben ankommt, muss denselben Weg zurück.

00:06:24: Genau auf diesem Rückweg passieren die meisten tödlichen Unfälle.

00:06:28: Denn wir sprechen hier von Gegebenheiten in denen der menschliche Körper ohne zusätzlichen Sauerstoff in einen Notstand gerät – sogar mitzusetzigen Sauerstoffs.

00:06:37: Der Körper baut dort nicht mehr richtig Kraft auf, er regeneriert sich fast gar nicht mehr und selbst einfache Entscheidungen können schwer fallen.

00:06:45: Und das ist ganz wichtig in großer Höhe leidet nicht nur die Muskelleistung auch der Kopf arbeitet schlechter Die Menschen werden langsamer unkonzentrierter reizbarer.

00:06:54: dazu kommt Kälte, Dehydrierung Erschöpfung und Schlafmangel.

00:06:59: Wer da oben unterwegs ist der ist nicht einfach nur müde denn der Körper ist im Notmodus.

00:07:04: Außerdem spielt das Wetter am Everest eine gewaltige Rolle.

00:07:08: Was im Tal vielleicht harmlos wirkt, kann auf dem Berg binnen kurzer Zeit tödlich werden.

00:07:14: Wind, Schnee oder schlechte Sicht machen einen schwierigen Aufstieg sofort zu einem lebensgefährlichen Kampf.

00:07:21: und dann kommt noch ein zweiter kritischer Punkt dazu In den neunziger Jahren wurde der Everest immer stärker Ein Ziel für kommerzielle Expeditionen Das heißt Menschen konnten gegen viel Geld mit professionellen Bergführern auf dem berg gehen.

00:07:34: Das machte den Everest zwar für mehr Leute erreichbar, aber auch eben komplizierter.

00:07:40: Denn jetzt waren nicht nur extrem erfahrene Profis unterwegs sondern auch zahlende Kunden die sich auf ihre Guides verließen.

00:07:45: Das bedeutete mehr Menschen, mehr Erwartungen, mehr logistische Probleme und oft auch mehr psychischer Druck.

00:07:52: denn wenn jemand sehr viel Geld bezahlt und monatelang auf diesen Gipfel hingearbeitet hat dann ist die Versuchung groß trotz Warnzeichen weiter zu gehen!

00:08:00: Wir werden in unserer heutigen Geschichte noch lernen, dass das einigend zum Verhängnis wird.

00:08:06: Und wo der Everest für viele Menschen einfach nur ein Berg ist, stellt er für andere einen Symbol dar – eine große Herausforderung, ein Ort an dem Träume wahrwerden sollen!

00:08:17: Ein Ziel für das Menschen jahrelang trainieren, enorme Summen bezahlen und bereits sind dann ihre körperlichen und mentalen Grenzen zu gehen.

00:08:26: Und genau da, im Herzen des Himalaya hat sich im Mai nineteenhundertsechsohnneunzig eine der bekanntesten Katastrophen der Bergsteigergeschichte ereignet.

00:08:35: Und diese Geschichte ist eine Geschichte über Ehrgeiz, über Entscheidungen unter extremem Druck, über menschliche Fehler und darüber wie schnell ein Lebenstraum in einen Überlebenskampf verwandelt werden kann!

00:08:47: Stell dir vor, du hättest jahrelang auf diesem Moment hingearbeitet.

00:08:50: Du hast trainiert, du hast Geld gesammelt und dich vorbereitet durch Schnee-, Eis- und Sauerstoffmange gekämpft.

00:08:56: Dann stehst du fast am höchsten Punkt der Erde – nur noch ein paar Stunden, ein paar Hundert Höhenmeter!

00:09:02: Und genau so fühlte sich dieser zehnte Mai für mehrere Expeditionen am Mount Everest an.

00:09:11: Bis heute wird über diese Nacht diskutiert….

00:09:14: War einfach Pech, was da passiert ist oder waren das menschliche Fehler?

00:09:18: Und jetzt kommen wir zu unserer eigentlichen Geschichte.

00:09:20: Bevor wir uns anschauen, was hier passiert ist, schauen wir mal an um wen es da geht.

00:09:24: Denn am zehnten Mai, aber im Zentrum der späteren Katastrophe standen vor allem zwei Gruppen.

00:09:34: Die erste war Adventure Consultants die wurde geleitet von einem neuseeländischen Bergführer der hieß Rob Hall Hall galt als sehr erfahrener Guide und hatte sich einen Ruf als verlässlicher ruhiger Profi aufgebaut.

00:09:49: Seine Expedition war kommerziell organisiert, also mit Kundinnen und Kunden die für den Everest bezahlen und mit professioneller Hilfe aufsteigen wollten.

00:09:57: Die zweite Gruppe war Mountain Madness.

00:10:00: Die wurde geleitet von Scott Fisher, einem sehr charismatischen und ebenfalls sehr erfahrenen Bergsteiger.

00:10:06: Fisher war bekannt für seine Energie, seinen Mut und seine Nähe zu seinen Kunden.

00:10:10: Er galt als außergewöhnlich starker Höhenbergsteiger und war auch bekannt dafür, seine körperlichen Grenzen auszutesten – und auch seine Expedition war kommerziell organisiert.

00:10:19: Vielleicht dazu noch kurz wie man sich so eine Expedition vorstellen muss?

00:10:24: Eine kommerzielle Everest-Expedition besteht nicht nur aus den Bergsteigern selbst sondern Expeditionsleiter, mehrere Bergführer, Sharepass die Material transportieren, Hochlage vorbereiten und Fixseile anbringen sowie die zahlenden Kunden die den Gipfel besteigen möchten.

00:10:41: Je nach Anbieter umfasst eine solche Expedition oft zwischen zehn und zwanzig Personen manchmal sogar mehr.

00:10:47: Da ist also niemand allein unterwegs, sondern jeder übernimmt eine bestimmte Aufgabe und viele Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.

00:10:54: Und weil mehrere Expeditionen am selben Tag dasselbe Wetterfenster nutzen wollten befanden sich an diesem Tag schließlich dutzende Menschen gleichzeitig auf derselben Route.

00:11:09: zweiten Gruppe, die ich eben genannt habe.

00:11:10: Bei ihm gab es nämlich schon vor der Expedition ein kleines Problem.

00:11:14: einige Teilnehmer bemerkten bereits vor dem entscheidenden Gipfeltag das Fischer nicht ganz in seiner gewohnten Verfassung wirkte.

00:11:22: er galt ja als außergewöhnlich starker Höhenbergsteiger aber während der Expedktion hatte er schon früh mit Erschöpfung und gesundheitlichen Probleme zu kämpfen.

00:11:31: wie schwer diese tatsächlich waren ist bis heute nicht ganz klar.

00:11:34: Fischer hat in den Wochen zuvor sehr viel Energie in die Organisation der Expedition gesteckt und schien körperlich stärker belastet zu sein als bei früheren Expedition.

00:11:43: Später wurde vermutet, dass die extreme Höhe, die Belastung der Expeditions- und möglicherweise erste Symptome einer Höhenkrankheit bereits vor der Expedicion an seinen Kräften gezährt hatten – das bedeutet nicht, dass Fischer offensichtlich handlungsunfähig gewesen wäre?

00:11:57: Aber rückblickend stellt sich dann einfach die Frage, ob einer der erfahrensten Männer am Berg am entscheidenden Tag selbst schon an seine Grenzen geraten war.

00:12:05: Und neben diesen beiden Gruppen waren noch weitere Teams am Berg unter anderem ein Team aus Taiwan zum Beispiel und auch aus anderen Ländern.

00:12:13: Unter den Teilnehmenden waren auch Menschen deren Namen später eng mit der Katastrophe verbunden werden sollten.

00:12:19: Die schauen wir uns kurz an.

00:12:20: Dazu gehören Doug Hansen.

00:12:21: Das war eine Kunde von Rob Hall Der ein Jahr zuvor bereits am Everest gescheitert war und jetzt schon seinen zweiten Versuch unternahmen.

00:12:29: Dann gab es noch die japanerin Yasuko Namba, die stand kurz davor, die höchsten Berge aller Kontinente bestiegen zu haben.

00:12:36: Und dann gab es auch Andy Harris – das war einer von Rob Halls erfahrensten Bergführern!

00:12:41: Und jetzt möchte ich noch einmal ganz kurz auf dieser sogenannten Sharepass eingehen.

00:12:44: Der Begriff bezeichnet ursprünglich eine Volksgruppe aus den Hochgebichtsregionen Neepalz, deren Familien seit Generationen in großen Höhen leben.

00:12:53: Viele dieser Sharepass arbeiten heute als Bergführer oder als Höhenarbeiter am Everest.

00:12:57: Sie transportieren Ausrüstungen und richten Hochlager ein – das hatte ja eben schon mal erwähnt glaube ich.

00:13:02: sie befestigen Fixseile und sie unterstützen die Expeditionen auf vielfältige Weise!

00:13:07: Das Sharepass am Berg Oft außergewöhnliche Leistungen erbringen, das hat mehrere Gründe.

00:13:12: Zum einen wachsen viele von ihnen bereits in Höhen von über dreitausend Metern auf und sind es Leben in dünner Luft von klein aufgewohnt.

00:13:20: Und zum anderen haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt dass eben viele diese Sherpas genetische Anpassung besitzen durch die ihre Körper den wenigen verfügbaren Sauerstoff besonders effizient nutzen kann.

00:13:31: Das macht sie aber nicht unverwundbar, das darf man nicht vergessen.

00:13:33: auch Sherpas können an der Höhe erkranken oder bei Expeditionen ihr Leben verlieren.

00:13:38: Sie tun sich nur ganz einfach leichter als jemand der noch nie in diesen Höhlen vorher gewesen war.

00:13:43: Der Gipfelanstick am Everest funktioniert also nicht wie eine Solo-Wanderung.

00:13:47: Man ist im festen Gruppen unterwegs und mehrere Gruppen benutzen ähnliche Routen gleiche Seile und oft dieselben schmalen Passagen.

00:13:55: Wenn dann viele Menschen gleichzeitig unterwegs sind, können Staus entstehen.

00:13:59: Genau das wurde an diesem Tag später ein großes Problem.

00:14:03: Die beiden Führer Rob Hall und Scott Fisher waren keine leichtsinnigen.

00:14:07: Das waren ja wirklich Profis!

00:14:09: Und das macht die Geschichte so tragisch.

00:14:11: Es waren keine Anfänger, die irgendetwas Naives ausprobiert haben sondern sie kannten sich gut aus und trotzdem geriet alles außer Kontrolle.

00:14:19: Wir beginnen jetzt mal mit dem Aufstieg.

00:14:21: Bis zum eigentlichen Gipfelversuch liegt bereits ein langer Weg hinter den Bergsteigern.

00:14:26: Die Expedition beginnt meist im nepalesischen Bergdorf Lucla, von dort aus wandern die Teilnehmer rund eine Woche durch das Kumbutal bis zum Basislager auf fünftausend dreihundertsechzig Metern Höhe.

00:14:38: Anschließend verbringen sie dort mehrere Wochen am Berg Steigen immer wieder zu den verschiedenen Hochlagern auf und kehren zwischendurch ins Basislager zurück.

00:14:46: Diese Offenabstiege dienen der Akklimatisierung, damit sich der Körper langsam an diese dünne Luft gewöhnen kann.

00:14:53: Erst nachdem die Camps eins zwei drei und schließlich Camp vier erreicht wurden beginnt er eigentliche Gipfelversuch.

00:15:00: Und dabei muss man beachten – zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Bergsteiger bereits seit sechs bis acht Wochen unterwegs und haben unzählige Stunden in eisiger Kälte, dünner Luft- und schwierigen Gelände verbracht.

00:15:13: Und der zehnte Mal sollte jetzt dieser große Gipfeltag werden!

00:15:16: Im Idealfahr läuft so ein Tag am Everest streng geplant ab – die Teams starten sehr früh in der Nacht zwischen zwanzig Uhr und vierundzwanzig Uhr.

00:15:26: Das macht man damit man den Gipfel am frühen Vormittag erreicht.

00:15:29: Man braucht von Camp IV zwischen sieben und zehn Stunden für den Aufstieg.

00:15:33: Das machen die Expeditionen ganz unterschiedlich, da geht es wirklich nur darum.

00:15:37: man muss am vormittag den Gipfel erreicht haben.

00:15:40: Denn es gilt auf dem Everest eine eiserne Regel!

00:15:43: Wer bis zu einer bestimmten Uhrzeit nicht am Gipfel ist der muss wieder umkehren.

00:15:48: Der Abstieg soll nämlich unbedingt bei Tageslicht erfolgen.

00:15:51: Der ist nämlich gefährlicher als der Aufstieg und dafür wird von den Expeditionern eine Uhrzeit festgelegt zu der man umkehren muss.

00:16:00: Diese sogenannte Umkehrzeit, das ist nicht einfach nur eine Empfehlung sondern dass es eine ganz wichtige Sicherheitsgrenze.

00:16:07: Wer diese ignoriert, der tauscht Gipfel höher gegen Abstiegszeit.

00:16:11: Dazu muss man nämlich auch wissen am Everest sterben die meisten Menschen nicht auf dem Weg nach oben, sondern auf den Weg nach unten und für viele Expeditionen lag dieser Umkehr Zeit bei spätestens vierzehn Uhr.

00:16:22: danach wurde jede weitere Minute zum Risiko.

00:16:26: Das gilt auch für unsere heutigen beiden Expeditionen.

00:16:28: Aber an diesem Tag lief schon sehr früh nicht alles nach Plan.

00:16:33: Ein Problem war die Vorbereitung der Route, sogenannte Fixseile sollten an kritischen Stellen schon vorab von Sherpas angebracht sein damit die Bergsteige sich daran sichern können.

00:16:43: Solche Seile sind am Everest lebenswichtig denn der berg ist da oben ein ausgesetzter eisiger Hindernisparkour.

00:16:48: das haben wir ja oben schon mal gelernt.

00:16:50: doch es kam zu Verzögerungen beim Sichern der Strecke.

00:16:53: Schon vor dem Gipfel verloren die Teams fast zwei Stunden, weil an entscheidenden Stellen noch keine Fixseile installiert waren.

00:17:00: Die Teams von Rob Hall und Scott Fisher hatten damals vereinbart, sich die Arbeit beim Anbringen der Seile zu teilen.

00:17:05: Aber sie hatten anscheinend nicht eindeutig abgesprochen, wer welche Seile wann anbringen sollte – das führte zur Unstimmigkeiten und dann eben zu diesen Verzögerungen, weil die teilweise fehlten.

00:17:16: Das bedeutete dann, dass die Teams standen an Stellen, an denen sie eigentlich hätten zügig weiterkommen müssen.

00:17:22: Da ging schon sehr viel wertvolle Zeit verloren!

00:17:24: Und Zeit ist am Everest einer der entscheidenden Sicherheitsfaktoren….

00:17:28: Hinzu kommt noch, dass nicht alle Teilnehmer gleich schnell waren.

00:17:31: Manche waren sehr erfahren andere aber etwas weniger und die einbrauchten mehr Pausen.

00:17:36: manche kam mit der Höhe besser klar und andere eben schlechter Und so entstand eine Mischung aus Leistungsdruck bei den einen und Verzögerungen bei den anderen.

00:17:44: Je näher die Teams dem Gipfel gekommen sind desto angespannter wurde Die Lage.

00:17:49: immer wieder mussten sie an eng Stellen warten weil die Fixale nicht vollständig installiert war.

00:17:54: Hinzu kam das Problem mit dem Sauerstoff.

00:17:56: Die Bergsteiger nutzten zwar Flaschensauerstoff, doch auch dessen Vorrat ist begrenzt – jede zusätzliche Stunde am Berg bedeutete mehr Erschöpfung und einen höheren Sauerstoffsverbrauch.

00:18:05: Und gegen dreizehn Uhr erreichten dann die ersten Bergsteigern den Gipfel.

00:18:09: In den nächsten Stunden folgten weitere allerdings nicht gemeinsam sondern einzeln oder in kleinen Gruppen.

00:18:15: Scott Fisher, das ist ja der Bergführer von Mountain Madness über den man ja schon gesagt hatte dass er vor dem Anstieg schon etwas müde und ausgezählt gewirkt hatte.

00:18:24: Der erreichte den Gipfel erst gegen fünfzehn Uhr dreißig Und Rob Hall, der Expeditionsleiter der Adventure Consultants, kommt sogar noch später gegen Fünfzehn und Vierzehnt oder Sechzehn Uhr und der kommt mit Doug Hansen an.

00:18:37: Paul hatte auf Hansen warten müssen und der begleitete ihn hoch und Doug Hanson wir erinnern uns das war der Kunde von Rob im Vorjahr schon mal versucht hatte, den Everest zu besteigen aber gescheitert war.

00:18:48: Der musste damals den Aufstieg abbrechen!

00:18:51: Es ist bis heute nicht ganz klar, wieso der Expeditionsleiter Hall auf Henson warten musste.

00:18:57: Man weiß aber dass Doug Henson während des Aufstiegs langsamer war als viele andere Teilnehmer also dem Chines schon beim Aufstieck nicht ganz so gut zu gehen und Rob Hall beliebt deshalb an seiner Seite.

00:19:07: Als Expeditionsleader hat er das als eine Verantwortung gesehen und er wollte ihn eben sicher zum Gipfel führen.

00:19:13: Aber genau diese Entscheidung kostete ihm wertvolle Zeit.

00:19:16: Sie stiegen also beide gemeinsam weiter auf und erreichten den Gipfel erst, als das sichere Wetterfenster praktisch bereits vorbei war.

00:19:24: Und heute ist klar, dass der Aufstieg zu diesem Zeitpunkt eine Fehlentscheidung war – sie hätten den Aufstiege also viel früher schon abbrechen müssen!

00:19:31: Es ist übrigens normal, dass nicht alle Bergsteiger einer Expedition dem Gipfel zeitgleich erreichen….

00:19:36: Man darf sich den Gipfel nicht wie einen Treffpunkt vorstellen, an dem die ganzen Expeditionen sich dann oben sammeln.

00:19:41: Die Bergsteiger verteilen sich über viele hundert Höhenmeter.

00:19:45: Manche sind schneller andere langsamer – jetzt haben wir ja eben schon mal besprochen – einige machen längere Pausen oder müssen unterwegs warten und dadurch können sogar Mitglieder derselben Expedition weit voneinander entfernt sein.

00:19:55: Während die ersten also den Gepfel bereits wieder verlassen kämpfen andere noch um die letzten Meter nach oben.

00:20:01: Und so befanden sie sich an diesem Nachmittag zeitgleich Menschen im Aufstieg auf dem Gipfel und auch wieder im Abstieg.

00:20:07: Und das machte die Lage unübersichtlich als das Wetterumschlug.

00:20:12: Also wir fassen nochmal zusammen, dass heißt einige standen noch nach fünfzehn Uhr auf dem gipfel obwohl die Uhrzeit auf vierzehn uhr gelegt worden war zu der man umkehren sollte.

00:20:22: Zu diesem Zeitpunkt hätten sie also nach den Sicherheitsregeln der Expedition längst den Abstieg antreten müssen Denn am Everest gilt ja dieser Grundsatz den erfahrene Bergführer immer wieder betonen Der Gipfel ist optional Die Rückkehr ist Pflicht.

00:20:36: Und genau deshalb werden eben vor dem Aufstieg diese festen Umkehrzeiten vereinbart.

00:20:40: Jetzt widmen wir uns mal den Wetter um Schwung!

00:20:42: Als die ersten Bergsteiger gegen drei zehn Uhr den Gipfel erreichten, da lief die Uhr bereits gegen sie.

00:20:49: Sie waren deutlich später unterwegs als geplant weil man sagt ja die späteste Umkehrzeit ist vierzehn Uhr.

00:20:55: der Plan war aber trotzdem am frühen Vormittag schon auf dem Gipfl zu sein.

00:20:59: Während einige da schon wieder mit dem Abstieg begannen, kämpften andere noch immer die letzten Höhenmeter hinauf.

00:21:05: Die Expeditionen waren inzwischen über den gesamten oberen Teil des Berges verteilt und dann begann sich der Himmel zu verändern.

00:21:12: Zunächst ist es gar nicht so richtig aufgefallen.

00:21:14: Der Wind nahm langsam zu Es zogen langsam Wolken auf und der Sicht wurde schlechter.

00:21:19: Doch am Everest reichen oft wenige Minuten damit aus einem beherrschbaren Aufstieg eine lebensbedrohliche Situation wird.

00:21:26: Im Laufe des Nachmittags entwickelte heftiger Schneesturm und genau da befanden sich noch immer zahlreiche Bergsteiger weit oberhalb von acht tausend Metern.

00:21:35: Erschöpft, teilweise mit fast leeren Sauerstoffflaschen und noch Stunden vom nächsten sicheren Lager entfernt.

00:21:42: Und am Everest bedeutet das nicht dass es jetzt ein bisschen ungemütlich wird sondern es bedeutet wirklich Sichtverlust extreme Kälte Sehr viel Wind und Orientierungsschwierigkeiten, ein Berg der vorher noch schaffbar wirkte.

00:21:54: Der wird dann plötzlich zu einem orientierungslosen Weiß Die Spuren an dem man sich vorher noch orientiert hat die verschwinden.

00:22:01: Der Weg ist nicht mehr klar erkennbar Und Hände werden von der eisigen Kälte unbeweglich.

00:22:06: Selbstgespräche über Funk werden schwieriger und einfache Entscheidungen wie links oder rechts können über Leben und Tod entscheiden.

00:22:12: An diesem Punkt zerbrach jetzt die Sicherheit die die Teams sich mühselig aufgebaut hatten.

00:22:17: Der Sturm traf die Bergsteiger in einer Phase, in der sie schon erschöpft und spät dran und an wichtigen Stellen unterwegs waren.

00:22:25: Und das ist die schlimmste Kombination überhaupt wenn der Körper schon an seine Grenze angekommen ist und die Zeit drängt und dann auch noch das Wetter umschlägt – jetzt beginnt er eigentliche Überlebenskampf!

00:22:35: Als es dann dunkel wurde war vielen klar dass der Abstieg nicht mehr wie geplant laufen würde.

00:22:39: Manche Bergsteiger verierten sich im Sturm und verloren den Kontakt zu ihren Teams.

00:22:44: Einige kamen nur mit sehr viel Mühe vorwärts, unter denen Betroffenen war auch die Japanerin Yasuko Namba.

00:22:50: Sie hatte kurz zuvor den Gipfel erreicht und stand kurz davor als zweite Frau der Welt die höchsten Berge aller Kontinente bestiegen zu haben – das hatte ich zu Beginn schon einmal erwähnt!

00:22:58: Doch auch ihre Erfahrung konnte sie nicht vor Erschöpfung kälte-und Sauerstoffmangel schützen.

00:23:03: Im Chaos des Abstiegs geriet sie in schwere Not und sollte die Nacht nicht überleben….

00:23:08: Weiter oben am Berg kämpfte Rob Hall weiter um das Leben seines Kunden, Doug Hansen.

00:23:13: Beim Abstieg verschlechterte sich sein Zustand dramatisch.

00:23:16: Hall blieb aber bei ihm ein Stadt in zurückzulassen – eine Entscheidung die beide das Leben kosten sollte.

00:23:22: Später wurde bekannt dass Rob Hall in dieser Phase alles tat um den Menschen bei sich zu helfen obwohl er selbst in größter Gefahr war.

00:23:29: Dazu muss man sagen es ist So schlimm oder so schwierig sich das anhört, tatsächlich auch so dass man um sein eigenes Leben zu retten.

00:23:38: Am Berg auch mal jemanden zurücklässt.

00:23:40: Ich weiß es hört sich wirklich dramatisch an aber das ist wirklich so.

00:23:43: Es wurde auch bekannt, dass Hall zu dem Zeitpunkt immer wieder Funkkontakt zum Basislager hielt.

00:23:48: In einem seiner letzten Gespräche sprach er dann sogar mit seiner schwangeren Frau in Neuseeland und andere Teilnehmer haben später berichtet von diesem Funkkonto, das er zu seiner Frau gesagt hat Sleep well my sweetheart please don't worry too much.

00:24:02: Also schlaf gut mein Schatz, macht ihr nicht zu viele Sorgen.

00:24:05: Vermutlich wusst du heute zu diesem Zeitpunkt schon dass seine Chancen lebend vom Berg zukommen sehr gering waren und trotzdem blieb er während des Gesprächs sehr gefasst und ruhig weil er trotz seiner ausweglosen Situation seine Frau nicht beunruhigen wollte Und wenig später brach dann der Kontakt ab.

00:24:19: Jetzt muss man wirklich mal sagen, dass Rob Hall hier sich wirklich vorbildlich verhalten hat.

00:24:24: Er hat zum einen, da können Sie nicht alleine lassen wollen weil er in einer Notlage war und zum anderen hat er dann auch noch beim Telefonat mit seiner Frau die Fassung bewahrt damit sie sich nicht zu viel Sorgen macht.

00:24:35: Auch Scott Fischer geriet schwer in Not.

00:24:37: Er war körperliche angeschlagen und konnte sich kaum auf den Beinen halten.

00:24:41: Das war ja der Expeditionsleiter von der zweiten Expedition.

00:24:44: Mehrere Bergsteiger versuchten ihn zu unterstützen doch irgendwann war Hilfe nur noch begrenzt möglich Und die Bedingungen waren einfach zu extrem.

00:24:51: Also sie konnten ihm irgendwann einfach nicht mehr helfen und mussten ihn

00:24:53: zurücklassen.".

00:24:55: Bis heute wird diskutiert, ob Fischer eben bereits vor dem Gipfeltag gesundheitlich angeschlagen war oder ob die Ereignisse dieses einen Tages selbst seine Kräfte vollständig aufgebracht hatten.

00:25:05: Für viele ist das ein sehr tragischer Aspekt der Katastrophe denn er war wirklich einer der erfahrenstem Bergführer am Everest und er kämpfte möglicherweise schon vorher mit den Folgen der extremen Höhe während er gleichzeitig Verantwortung für andere Menschen trug.

00:25:18: Währenddessen machte sich Andy Harris, einer von Rob Halls erfahrenstem Bergführer an auf den Weg um bei den Rettungsversuchen zu helfen.

00:25:26: Er ist also nochmal hoch gegangen.

00:25:28: Er verschwand hoch am Berg und kehrte nie wieder zurück.

00:25:31: Seine Geschichte wird häufig als Beispiel dafür genannt wie stark Sauerstoffmangel selbst erfahrene Bergsteige beeinträchtigen und das Denken beeinflussen kann.

00:25:40: Spätere Analysen legen nahe, dass Harry selbst bereits schwer unter den Folgen des Sauerstoffmangels litt.

00:25:45: Entscheidungen die in normaler Höhe selbstverständlich gewesen wären... Die wurden in der Todeszone plötzlich sehr schwierig und teilweise sogar unmöglich!

00:25:53: An anderen Stellen kämpften überlebende allein gegen die Nacht.

00:25:56: Manche versuchten sich irgendwo zu sichern, manche verloren Schuhe, Handschuhe und dadurch das Gefühl in den Fingern.

00:26:02: Wer bei solchen Temperaturen die Hände nicht mehr richtig bewegen kann, der ist im Grunde schon ein Lebensgefahr.

00:26:07: Ein Teil der Tragödie bestand auch darin, dass Rettung am Everest sehr begrenzt ist.

00:26:11: Oben in dieser Höhe kannst du niemanden mal schnell tragen oder sicher bergen.

00:26:15: Jeder Schritt kostet gewaltig Kraft!

00:26:17: Wer helfen will, der riskiert selbst sein Leben und das macht die Situation so schlimm.

00:26:21: Moralisch möchte man helfen aber körperlich ist es fast nicht möglich.

00:26:25: Am Ende sterben acht Menschen bei diesem Ereignis.

00:26:28: Zu den bekanntesten Opfern gehören die beiden Expeditionsleiter Rob Hall und Scott Fischer.

00:26:33: Auch weitere Bergsteiger verloren ihr Leben.

00:26:35: Unter anderem Kunden und auch Teammitglieder, die in der Todeszone festsaßen oder beim Abstieg nicht mehr rechtzeitig Hilfe bekamen.

00:26:42: Gleichzeitig überlebten aber andere – und teilweise nur knapp!

00:26:45: Manche kamen mit schweren Erfrierungen davon.

00:26:48: Manche mussten harte Entscheidungen treffen um überhaupt eine Chance zu haben Und einige der Überlebenden sollten später erzählen wie chaotisch, erschöpfend und emotional verwirrend diese Stunden gewesen waren.

00:26:59: Besonders bekannt wurde die Geschichte durch den Journalisten und Bergsteiger John Krakauer, der selbst an der Expedition teilnahm und später sein Buch Into Thin Air veröffentlichte.

00:27:09: Aus diesem Buch haben wir unheimlich viele Informationen heute von dieser Expedition.

00:27:13: Auch andere beteiligte schilderten ihre eigene Sicht auf die Ereignisse – und das führte später zu heftigen Debatten darüber was genau passiert war, wer wann welche Entscheidung traf und ob manche Fehler wirklich vermeidbar gewesen wären!

00:27:25: Aber warum kehrten nicht alle rechtzeitig um?

00:27:28: Denn sie wussten ja, dass es dieses Zeitfenster gab bei dem man sich auf den Rückweg machen müsste.

00:27:33: Und das ist eine der wichtigsten Fragen von außen.

00:27:36: denkt man da schnell dann muss man halt eben umdrehen.

00:27:38: aber so einfach ist das in dieser Todeszone gar nicht.

00:27:41: Einmal weit oben am Berg sind die Menschen oft nicht mehr in der Lage klauen nicht dann zu entscheiden.

00:27:46: Wir haben schon darüber gesprochen.

00:27:47: Da gab es den Sauerstoffmangel Die Erschöpfung Den Stress.

00:27:50: Das wirkt wie ein Nebel im Kopf und dazu kommt der psychologische Druck und er spielt eine ganz wichtige Rolle.

00:27:56: Wer schon so viel investiert hat, der will nicht aufgeben.

00:27:59: Wenn andere weitermachen, zieht es zusätzlich mit.

00:28:02: Niemand will der Erste sein, der sagt – ich schaff das nicht!

00:28:05: Und dann gibt's noch den sogenannten Gipfel-Ehrgeiz….

00:28:08: Der Gipfel ist ein Symbol für Mut und Erfolg, für Anerkennung und gerade deshalb wird es so gefährlich denn wer unbedingt oben ankommen will, der sieht die Warnzeichen manchmal eher als lästige Hindernisse statt als klare Stoppsignale und am Everest kann genau das tödlich enden.

00:28:22: Es gab Leute, die haben das gemerkt.

00:28:23: Die haben festgestellt ich schaffte es nicht.

00:28:25: Ich gehe jetzt zurück!

00:28:26: Die haben das gemacht und die haben's auch geschafft aber andere eben nicht und sie wollten das auf Teufel kommen raus durchziehen.

00:28:32: Und nach der Katastrophe begann natürlich eine große Diskussion Wer war Schuld?

00:28:36: War es das Wetter?

00:28:37: War ist die schlechte Organisation oder war es der menschliche Ehrgeiz?

00:28:41: vielleicht auch das Geschäftsmodell der kommerziellen Expeditionen?

00:28:44: Auch darüber wurde heftig gestritten.

00:28:47: Besonders häufig wird bis heute über die Umkehrzeiten diskutiert.

00:28:50: Kritiker argumentieren heute noch, dass mehrere Bergsteiger und Führer zu lange am Gipfel festhielten – obwohl die vorher festgelegten Zeitgrenzen bereits überschritten waren!

00:28:59: Andere halten dagegen, dass die Situation am Berg chaotischer war als sie im Nachhinein wirkt.

00:29:04: Es ist aber auch problematisch, dass sich viele Beteiligte später unterschiedlich an den Ablauf erinnerten.

00:29:09: Manche legten den Schwerpunkt auf Fehler der Führer andere sagten die Lage sei so extrem gewesen das selbst gute Entscheidung kaum gereicht hätten und wieder andere kritisieren, dass kommerzielle Expeditionen zu viele unterschiedliche Leistungsniveaus auf einem Berg brachten, der schon für Profis tödlich sein kann.

00:29:25: Letztendlich war es eine Kombination aus dem schlechten Wetter, einer Organisation die vielleicht hätte anders laufen müssen.

00:29:31: Zu viel Ehrgeiz und der Anzahl an Menschen, die aufgrund dieser Expeditionen an dem Tag auf den Berg waren.

00:29:37: Aber was änderte sich danach?

00:29:39: Die Änderungen kamen nicht sofort und auch nicht sehr intensiv, aber die Katastrophe hatte trotzdem Folgen.

00:29:45: Es wurde noch deutlicher als ohnehin schon wie wichtig klare und vor allem rechtzeitige Umkehrzeiten sind.

00:29:51: Auch das Thema Organisation Wetterfenster im Allgemeinen Notfallplanung bekam mehr Gewicht.

00:29:57: Viele Expeditionen diskutierten später stärker über Risiken über die Gruppenstärke und Überführungsstrukturen.

00:30:03: Vor allem aber blieb eine Lektion hängen, die bis heute gilt.

00:30:06: Der Everest ist nicht verhandelbar!

00:30:08: Er interessiert sich nicht für dein Geld, für deine Wünsche oder Ruhm.

00:30:11: Wer da oben falsche Entscheidungen trifft der bezahlt oft einen sehr hohen Preis.

00:30:15: und vielleicht ist genau das diese tiefe Erkenntnis aus der Geschichte.

00:30:18: Es geht am Ende nicht darum wer den Gipfel erreicht sondern wie komme ich wieder nach Hause?

00:30:22: So und damit sind wir schon am Ende der Geschichte angekommen Und daran sehen wir Wie dünn die Linie ist zwischen Erfolg und einer Katastrophe.

00:30:31: Ich hoffe ich konnte euer Interesse wecken.

00:30:33: Ich werde auch ein paar Links in den Show Notes hinterlegen, dass ihr euch das ganze mal anschauen könnt wie der Mount Everest aussieht.

00:30:39: vor allen Dingen von diesem Westerncum und der Lotzesteilwand werde ich mal versuchen einen Link zu finden damit Ihr Euch das mal genauer anschauen könnte wie es aussieht.

00:30:46: Das sieht nämlich wirklich total schön aus!

00:30:48: Und damit verabschiede ich mich von Euch.

00:30:49: Wir hören uns in der nächsten Folge wieder.

00:30:51: Wenn Euch die Folge gefallen hat dann folgt uns gern oder empfiehlt uns weiter Bis dahin.

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