19. Challenger - Die Katastrophe nach 73 Sekunden
Shownotes
Am 28. Januar 1986 verfolgt die Welt den Start des Space Shuttles Challenger. Millionen Menschen sitzen vor den Fernsehern, ganze Schulklassen schauen zu. Mit an Bord ist die Lehrerin Christa McAuliffe, die erste Zivilistin, die Unterricht aus dem All geben soll.
Doch nur 73 Sekunden nach dem Start endet die Mission in einer Katastrophe.
In dieser Folge von Wissenshelden rekonstruieren wir die Ereignisse dieses Tages Schritt für Schritt. Wir begleiten die Besatzung auf ihrem Weg zur Startrampe, erleben die dramatischen ersten Sekunden des Fluges und gehen anschließend der Frage nach, wie eine der modernsten Maschinen ihrer Zeit an einem einzigen Morgen scheitern konnte.
Dabei werfen wir einen Blick auf das Space-Shuttle-Programm der 1980er-Jahre, die Rolle der eisigen Temperaturen, die verhängnisvollen O-Ringe und die Warnungen von Ingenieuren, die bereits vor dem Start auf die Risiken hingewiesen hatten.
Die Challenger-Katastrophe ist nicht nur eine Geschichte über Raumfahrt. Sie ist auch eine Geschichte über Entscheidungen, Verantwortung und die Folgen, wenn Warnungen ignoriert werden.
Spiegel.de Fotostrecke zur Challenger-Mission
https://www.spiegel.de/fotostrecke/challenger-katastrophe-fotostrecke-106892.html
Historische Fernsehaufnahmen des Starts und der Katastrophe:
https://www.ardmediathek.de/video/panorama/raumfahrtunglueck-explosion-challenger/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS9mYWViYWRlNS1kYTYwLTQxMGUtOTE5YS1hZjg5MDk4YjUwMWQ
Quellen:
www.swr.de
www.zeit.de
www.planet-wissen.de
www.wikipedia.de
Transkript anzeigen
00:00:02: Wissenshelden – der Podcast, der spannendes Wissen einfach und verständlich erklärt.
00:00:08: Sorgfaltig recherchiert und in jeder Folge ein neues Thema zu mitdenken!
00:00:12: Hallo ihr Lieben und willkommen zurück bei Wissenzhelden, eurem Podcast für spannende Themen aus dem Weltgeschehen und echtes Wissen das euch weiterbringt.
00:00:20: Schön dass Ihr heute wieder dabei seid denn heute geht es um eine der bekanntesten und tragischsten Katastrophen der Raumfahrtgeschichte.
00:00:28: Wir sprechen heute über die Challenger-Katastrophe im Jahr nineteenhundertsechsundachtzig.
00:00:33: Damals startete das Space Shuttle Challenger zu einer Mission und wenn man Menschen heute nach den bekanntesten Unglücken der Raumfahrt fragt, dann fällt fast immer der Name Challenger.
00:00:44: aber je jünger die Menschen sind umso weniger können sie zu diesem Vorfall irgendwas sagen.
00:00:49: Viele kennen die Bilder, manche wissen, dass da was Schreckliches passiert ist.
00:00:53: Aber was genau damals passiert ist, das wissen erstaunlich wenige und noch weniger Menschen wissen, Warum Millionen Menschen den Start der Mission live verfolgt haben und wir klären anschließend, wie es überhaupt zu dieser Katastrophe kommen konnte.
00:01:18: Also lehnt euch zurück!
00:01:20: Wir springen jetzt gemeinsam in den eighthundzwanzigsten Januar, neunzehnhundertsechsund achtzig.
00:01:25: Der Morgen des Staats.
00:01:27: Der eightund zwanzigste Januar neunzent sechsunachtzig war ein ungewöhnlich kalter Morgen in Florida – das ist schon der erste wichtige Punkt, denn die Temperatur spielte später eine entscheidende Rolle.
00:01:38: Eigentlich verbindet man Florida mit Wärmesonne, Raketenstaats unter blauem Himmel.
00:01:44: Aber an diesem Morgen war es kalt genug, dass viele Fachleute hätten stutzig werden können!
00:01:50: Trotzdem wurde der Staat vorbereitet – die Challenger stand auf der Startrampe am Kennedy Space Center.
00:01:55: Die Besatzung bestand aus insgesamt siebeln Menschen.
00:01:58: Für die Öffentlichkeit wirkte alles wie ein großer, ja fast feierlicher Moment.
00:02:03: Es waren Kameras dabei der mit der Start live im Fernsehen übertragen werden konnte.
00:02:08: ganze Schulen verfolgen den Staat und demnach auch viele Kinder Denn an Bord war Christa MacAuliffe.
00:02:15: Das war nicht irgendeine Astronautin sondern eine Lehrerin die sogar Unterricht aus dem All geben sollte.
00:02:20: Und das machte die Mission so besonders nah war, wir werden später noch mal etwas näher auf Crystal McOlive eingehen.
00:02:26: Nach außen wirkt alles sehr geordnet aber hinter dieser Ruhe steckt ein riesiger technischer Aufwand.
00:02:32: bevor die Astronauten an Bord gehen werden sie vorbereitet.
00:02:35: Sie werden mit ihren Raumanzügen angezogen und noch einmal durch alle wichtigen Abläufe geführt Denn in so einen Shuttle steigt man nicht einfach ein und fliegt los.
00:02:43: Das Ganze ist ein streng geplanter und kontrollierter Prozess.
00:02:47: Die Crew betritt die Raumfähre über eine Zugangsanlage an der Stadtrampfe und steigt dann in den Orbiter ein, also den Teil des Shuttles, indem sie sitzt, arbeitet und später auch im All quasi lebt.
00:02:58: Dort nehmen die Crewmitglieder ihre Plätze ein, sie werden angeschnallt und an dieses Thema angeschlossen.
00:03:03: Danach wird die Luke verschlossen und ab diesem Moment sind sie komplett auf die Technik der Raumfähre angewiesen.
00:03:09: Das Schattel steht senkrecht, verbunden mit einem riesigen Außentank und den beiden Feststoffraketen.
00:03:17: Diese Raketen enthalten einen festen Treibstoff und liefern beim Start eine Großzahl der Kraft, die das Schattell überhaupt erst vom Boden abheben lässt.
00:03:26: Um sich das besser vorstellen zu können, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Aufbau dieses gesamten Systems.
00:03:30: Viele Menschen sprechen zwar immer einfach von der Challenger aber tatsächlich bestand des Space Shuttle aus mehreren Teilen.
00:03:37: In der Mitte befand sich der große orangefarbene Außentank, der die Treibstoffe für die Haupttriebwerke enthielt und links-und rechts davon waren die beiden Feststoffraketen befestigt – da gab es zwei von!
00:03:48: Die sollen beim Start einen Großteil der Schubkraft liefern.
00:03:52: Vorne war der Orbiter angebracht, also die eigentliche Raumführer-Challenger in der die Besatzung saß.
00:03:57: Erst das Zusammenspiel von diesen drei Komponenten macht den Staat überhaupt erst möglich!
00:04:02: Ich habe euch eine Fotostrecke des Spiegels verlinkt.
00:04:06: Da findet ihr einige Fotos und das Foto fünf von siebzehn zeigt wie die Challenger von der Seite mit diesem großen orangenen Außentank und den Raketen aussieht.
00:04:14: Auf dem Foto sieht man allerdings nur eine Rakete, weil es von der Seite fotografiert ist.
00:04:19: Und genau dieses Zusammenspiel macht den Start so faszinierend!
00:04:22: Das ist nicht einfach nur eine Rakete sondern ein ganzes System aus sehr vielen Bauteilen die im richtigen Moment perfekt zusammenarbeiten müssen.
00:04:29: und dann startet der Countdown und die Spannung steigt noch einmal spürbar an.
00:04:34: Die Menschen kleben jetzt an ihren Fernsehbildschirm und gleichzeitig verfolgen tausende Menschen den Start direkt vor Ort am Kennedy Space Center.
00:04:42: Unter ihnen befinden sich Familienangehörige der Astronauten, Freunde, Journalisten und Ehrengäste.
00:04:48: Auch die Eltern, der Ehemann und die Kinder von Christa MacAuliffe sind gekommen um diesen besonderen Moment mitzuerleben.
00:04:55: Und jetzt gibt's kein zurück mehr.
00:04:56: Die Feststoffraketenzünden mit gewaltiger Kraft.
00:05:00: Das Schattel wird nach oben gedrückt und innerhalb weniger Sekunden beginnt der Flug.
00:05:05: Für die Zuschauer vor Ort und für Millionen Menschen vor den Fernsehern sieht erst mal alles völlig normal aus.
00:05:11: Das Schattel löst sich von der Startrampe und steigt in den Himmel über Florida auf.
00:05:15: In den ersten Momenten gibt es keinen offensichtlichen Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt.
00:05:20: Die sieben Astronauten an Bord haben jahrelang für solche Missionen trainiert – die Systeme funktionieren, die Challenger gewinnt an Höhe….
00:05:26: Der Flug scheint erfolgreich zu verlaufen!
00:05:29: Doch während die Zuschauer jubeln und die NASA einen weiteren erfolgreichen Start erwartet, beginnt im Inneren bereits eine Entwicklung, die niemand von außen sehen kann.
00:05:39: Ein technischer Defekt setzt eine Kettenreaktion in Gang.
00:05:42: Sekunde für Sekunde wie die Struktur des Systems geschwächt – Die Crew weiß aber nichts davon!
00:05:47: Auch die Menschen am Boden ahnen noch nichts.
00:05:51: Die Challenger steigt weiter und gewinnt an Höhe.
00:05:53: Die Mission scheint ihren ganz normalen Verlauf zu nehmen….
00:05:56: Noch sind die Astronauten auf dem Weg ins All und noch jubeln die Zuschauer.
00:06:00: Auch glaubt jeder, einen erfolgreichen Staat zu erleben.
00:06:03: Doch dann – dreiundseitig Sekunden nach dem Abheben verändert sich alles!
00:06:07: Innerhalb eines Augenblicks versagt die gesamte Struktur des Systems.
00:06:11: Die Challenger zerbricht am Himmel über Florida.
00:06:14: Der Außentang wird zerstört und die gewaltigen Kräfte reißen Schattel- und Raketen auseinander und verwandeln die Mission innerhalb eines Augenblicks in eine Katastrophe.
00:06:23: Für die Menschen am Boden ist das zunächst kaum zu begreifen.
00:06:27: Viele sehen plötzlich eine riesige Feuerwolke am Himmel und einige glauben zuerst an eine normale Flugphase, andere sind einfach nur verwirrt – erst ganz langsam wird klar, dass gerade etwas Schreckliches passiert ist.
00:06:38: Aus Begeisterung wird Verwirrung, aus Verwirrigung wird Unglaube und aus Unglauben wird die Erkenntnis das Millionen Menschen gerade live zeugen einer der schlimmsten Katastrophen der Raumfahrtgeschichte geworden
00:06:48: sind.".
00:06:49: Die Challenger war verloren.
00:06:51: Sieben Menschen verloren dabei ihr Leben und Millionen Menschen hatten das Unglück live verfolgt.
00:06:55: Die unmittelbare Tragödie war jetzt offensichtlich, doch wie konnte eine der modernsten Raumferien ihrer Zeit nach nur seventy-zehntig Sekunden Flug zerstört werden?
00:07:05: Um diese Frage zu beantworten müssen wir einen kleinen Schritt zurückgehen und uns zunächst mal anschauen welche Rolle die Raumfahrt der Achtziger Jahre damals überhaupt spielte.
00:07:15: Dafür gehen wir zurück in die Zeit, als das Ganze passiert ist.
00:07:18: In den achtziger Jahren war Raumfahrt für viele Menschen noch sehr neu und hat einen Zukunftsgefühl ausgelöst mit Raketen, Astronauten, neuer Technik- und neuen Möglichkeiten.
00:07:27: Das alles stand für Fortschritt der aber für manche Menschen auch nicht so richtig greifbar war.
00:07:32: Die NASA wollte mit ihrem Space Shuttle Programm erreichen dass Raumfahrte eben nicht mehr nur etwas für wenige Spezialmissionen sind sondern langfristig alltagstauglicher wird.
00:07:41: Und die Challenger Katastrophe passierte in diesem Space Shuttle-Programm der NASA.
00:07:45: Das war quasi NASAS großes Programm für wiederverwendbare Raumferien.
00:07:50: An diesen wieder verwendbaren Raumferen war damals vor allem die Idee so besonders genial, es sollte nicht mehr wie bisher eine Rakete gebaut werden, die dann startet und quasi verloren geht sondern es sollte ein Raumfahrzeug entwickelt werden das zurückkommt gewartet wird und wieder ins All fliegen kann.
00:08:05: Vor dem Space Shuttle waren Raketen nämlich überwiegend Einwegkörper, die sind gestartet, verbrauchten ihren Treibstoff und wurden nach dem Flug einfach aufgegeben.
00:08:13: Und das sollte mit diesem Space Shutdle eben nicht mehr so sein.
00:08:16: Das war modern ambitioniert und technisch ziemlich beeindruckend.
00:08:19: Gleichzeitig war das System aber auch viel komplexer als viele von außen gedacht haben.
00:08:23: Die Challenger-Raumfähre selbst war dabei nicht neu.
00:08:26: Sie hatte schon neun erfolgreiche Flüge hinter sich bevor sie zu ihrem Start aufgebrochen ist über den wir heute sprechen Und wie wir bereits gesehen haben, bekam die Challenger-Mission damals eine ganz besondere Aufmerksamkeit.
00:08:38: Ich hatte ja eben schon erwähnt, dass eine Frau namens Krista McAuliffe an Bord war – eine Lehrerin aus den USA und sie war Teil eines NASA-Programms das den Weltraum für die breite Öffentlichkeit greifbarer machen sollte.
00:08:51: Sie sollte zwei Unterrichtsstunden aus dem All geben!
00:08:53: Und auf dieses Programm haben sich damals elftausend Lehrerinnen beworben, aus denen sie dann ausgewählt wurde.
00:08:58: Das war also eine richtig große Sache…eine Lehrerin im All.
00:09:02: Das sollte zeigen, dass Raumfahrt nicht nur Sache von Astronauten und Technik-Experten ist sondern sie auch zu Bildung, Inspiration und Zukunftsträumen gehört.
00:09:10: Und genau deshalb war diese Mission so aufgeladen.
00:09:13: Da ging es nicht einfach nur um einen weiteren Flug oder irgendeine Mission Sondern es ging darum die Öffentlichkeit einzufangen und einen Moment zu bieten an dem Millionen Menschen teilhaben konnten.
00:09:23: Man hatte also vorher wirklich die Öffnlichkeit gesucht Um Sie für diese Mission mitzureißen.
00:09:28: Aber genau hinter diesem beeindruckenden und ambitionierten Vorhaben verbargt sich ein Problem, das zunächst kaum jemand für gefährlich hielt.
00:09:36: Aber wie konnte es überhaupt dazu kommen?
00:09:39: Nachdem wir jetzt gesehen haben was passiert ist stellt sich nämlich die wichtigste Frage Wie konnte eine der modernsten Maschinen ihrer Zeit scheitern?
00:09:46: Die Antwort beginnt bei einem Bauteil dass überraschend klein ist.
00:09:50: Im Zentrum der Katastrophe steht ein Dichtungsring Ein sogenannte O-Ring.
00:09:55: Nicht mit dem Schmuckteil, dem O-Ring verwechseln bitte.
00:09:57: Und der befindet sich in den Feststoffraketen.
00:10:00: Diese Dichtungsringe befanden sich In den Verbindungsstellen dieser Feststoffraketen Also jener Raketen die den größten Teil der Startkraft erzeugt.
00:10:08: Das klingt erstmal unspektakulär Aber diese Dichtungen haben eine entscheidende Aufgabe.
00:10:14: Sie sollen verhindern dass die extrem heißen Verbrennungsgase aus dem inneren der Rakete nach außen gelangen und normalerweise funktioniert das zuverlässig.
00:10:22: aber es gibt ein Problem.
00:10:24: Diese Dichtungen reagieren sehr empfindlich auf Kälte.
00:10:26: Wenn das Material zu kalt wird, verliert es einen Teil seiner Elastizität.
00:10:31: Es wird härter und passt sich langsamer an und kann eine Aufgabe nicht mehr optimal erfüllen.
00:10:36: Ich hatte zum Anfang der Folge ja schon erwähnt dass es an dem Tag ungewöhnlich kalt war.
00:10:41: Normalerweise werden die Dichtungsringe beim Start durch den enormen Druck gegen die Verbindungsstellen der Rakete gepresst Und dichten diese zuverlässig ab.
00:10:50: An diesem Morgen sind die aber so kalt, dass sie nicht schnell genug reagieren können.
00:10:54: Dadurch entsteht in den ersten Sekunden des Starts eine ganz kleine Lücke und genau das wird an diesem Morgen zu einem großen Problem.
00:11:02: An genau dieser Stelle treten jetzt extrem heiße Verbrennungsgase aus dem Inneren der Feststoffrakete aus.
00:11:08: Normalerweise werden diese Gase ausschließlich nach unten ausgestoßen und erzeugen so den Schub für den Start.
00:11:15: Durch diese beschädigte Dichtung können Sie aber auch seitlich entweichen!
00:11:19: Zunächst wirkt das aber wie ein winziges technisches Problem, entwickelt sich aber innerhalb von Sekunden zu einer Katastrophe.
00:11:26: Die austretenden Gase sind nämlich mehrere Tausend Grad heiß und treffen auf benachbarte Bauteile des Schattelsystems.
00:11:33: Besonders kritisch ist dabei der große Außentank, der die Treibstoffe für die Haupttriebwerke enthält.
00:11:39: Mit jeder Sekunde richten diese heißen Gase mehr Schaden an.
00:11:42: Bauteilen werden geschwächt Verbindungen verlieren ihre Stabilität und die Struktur des gesamten Systems wird immer stärker beschädigt.
00:11:50: Genau das ist die Kettenreaktion, aus einer kleinen und lichten Stelle entsteht ein immer größerer Schaden der wiederum neue Schäden verursacht.
00:11:57: Und schließlich versagt eine wichtige Verbindung zwischen der Feststoffrakelle und dem Außentank.
00:12:02: Der AußENTank wird zerstört und das gesamte Systemgerät außer Kontrolle.
00:12:06: Nur seventy Sekunden nach dem Start führt diese Ketten-Reaktion schließlich zu Zerstörung der Challenger.
00:12:13: Aber die Geschichte wird noch bedrückender, denn die Challenger-Katastrophe war nicht einfach nur ein unvorhersehbarer Unfall.
00:12:19: Es hatte nämlich Warnungen gegeben!
00:12:22: Schon vor dem Start machten sich einige Ingenieure Sorgen – sie wussten dass die Dichtungsringe bei niedrigen Temperaturen Probleme bereiten konnten und genau diese niedrige Temperatur inherrschen ja an diesem Morgen.
00:12:33: Mehrere Fachleute empfahlen deshalb den Staat zu verschieben trotzdem viel am Ende die Entscheidung zu starten.
00:12:39: Und rückblickend ist das genau einer der Gründe, warum die Challenger-Katastrophe bis heute so intensiv untersucht wird.
00:12:44: Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, warum sie Technik versagt hat sondern auch, warum trotz der vorhandenen Warnungen keine andere Entscheidung getroffen wurde.
00:12:52: Nach der Katastrophe wird eine Untersuchungskommission eingesetzt.
00:12:56: Ihre Aufgabe ist es herauszufinden was genau passiert ist und warum die Warnunge nicht zu einer Verschiebung des Staats geführt haben.
00:13:02: Die Ermittlungen bringen zahlreiche Probleme ans Licht.
00:13:06: Die Dichtungsringe spielen dabei eine zentrale Rolle, ebenso wichtig ist aber die Frage wie mit den Warnungen der Ingenieure umgegangen wurde.
00:13:12: Besonders bekannt wird in diesem Zusammenhang der Physiker Richard Feynman.
00:13:16: Er erklärt der Öffentlichkeit auf eine sehr anschauliche Weise warum die Kälte für die Dichtung so problematisch war.
00:13:23: Er zeigt dabei auch auf, dass das ein Problem war, das durchaus bekannt war.
00:13:26: Dadurch wird deutlich, dass hinter der Katastrophe eben nicht nur ein technischer Defekt steht – es geht nämlich auch darum wie Informationen innerhalb einer großen Organisation bewertet werden.
00:13:36: Wird eine Warnung ernst genommen oder wird sie als störendes Hindernis betrachtet?
00:13:39: Die Untersuchungszeit schließlich des Beides zusammenkam, eben ein technisches Problem und organisatorische Fehlentscheidungen.
00:13:47: Man wollte diese Missionen unbedingt möglich machen.
00:13:50: Es hing da einfach so viel dran und man wollte das Ganze nicht nochmal aufschieben.
00:13:54: Aber bei allen den technischen Details, Berichten und Analysen geht leicht in Vergessenheit worum es eigentlich bei dieser Geschichte geht Denn hinter der Katastrophe stehen ja sieben Menschen Und deshalb möchte ich an dieser Stelle darüber sprechen wer diese Menschen waren.
00:14:08: An Bord befanden sich Dicks Gobi, das war der Kommandant der Mission.
00:14:12: Michael Smith war der Pilot und weiterhin gab es Judith Resnick, Ronald McNair, Allison Onizuka, Gregory Jarvis und eben Crystal McAuliffe.
00:14:22: Alle sieben sind erfahren hoch motiviert und haben jahrelang auf diesem Moment hingearbeitet.
00:14:27: Und dass ist nicht nur eine Liste von Namen denn hinter jedem Namen stehen Familie Freunde Lebensgeschichten Zukunftspläne und Träume.
00:14:35: Besonders groß ist die öffentliche Anteilnahme bei Crystal McAuliffe.
00:14:39: Sie ist ja keine Berufsastronautin, sondern eben Lehrerin.
00:14:42: Millionen Menschen haben ihre Geschichte verfolgt.
00:14:44: Viele Kinder sehen in ihr eine Person, die zeigt das Raumfahrt nicht nur etwas für Astronauten und Wissenschaftler ist – vor allen Dingen ist sie ein großes Vorbild für Mädchen und Frauen.
00:14:54: Sie sollte Unterricht aus dem All geben!
00:14:56: Sie sollte beweisen dass Weltraumforschung für alle Menschen interessant und zugänglich sein kann und deshalb trifft ihr tot die Öffentlichkeit besonders hart.
00:15:03: Sie hat ja wirklich einen langen Bewerbungsprozess durchgemacht und hat sich so wahnsinnig auf diese Mission gefreut.
00:15:08: Nicht nur die NASA trauert, auch Schulen, Lehrkräfte, Eltern oder Kinder im ganzen Land sind erschüttert.
00:15:14: Und eine Frage beschäftigt viele Menschen bis heute – wussten die Astronauten das sie in Gefahr waren?
00:15:21: Die ehrliche Antwort lautet wahrscheinlich nicht!
00:15:23: Die entscheidende technische Kettenreaktion entwickelt sich extrem schnell.
00:15:27: für die Besatzung gibt es kaum Zeit, die Situation vollständig zu erfassen und darauf zu
00:15:31: reagieren.".
00:15:32: Außerdem ist das Space Shuttle nicht dafür ausgelegt, dass die Crew nach dem Start einfach aussteigen oder sich mit einem Rettungssystem in Sicherheit bringen kann.
00:15:38: Was innerhalb dieser drei Sekunden passiert geschieht also so schnell, dass den Astronauten vermutlich gar keine realistische Möglichkeit bleibt darauf zu reagieren.
00:15:46: Aber wie hat die Challenger Katastrophe die NASA verändert?
00:15:49: Die Folgen sind nämlich enorm.
00:15:51: Das Space Shuttle-Programm wird erst mal gestoppt, die NASA muss ihre Technik komplett überprüfen, ihre Abläufe überarbeiten und sich kritischen Fragen stellen – der Druck ist gewaltig!
00:16:00: Nicht nur was die Technik betrifft sondern auch politisch und gesellschaftlich.
00:16:04: für viele Menschen verändert die Katastrophe ihren Blick auf die Raumfahrt.
00:16:07: Bis dahin wirkt ihr die Raumahrt oft wie ein Symbol von Fortschritt und Zukunft und technischer Perfektion.
00:16:13: Aber diese Katastrophe hat gezeigt, dass auch ein System in das jahrelange Entwicklungen und enormes Fachwissen geflossen sind nicht vor Fehlern geschützt ist.
00:16:21: Und langfristig für die Katastrofe dazu, dass Sicherheitsfragen, Qualitätskontrollen und der Umgang mit Risiken deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken – und die Challenger-Katastrophe hatte nicht nur die NASA verändert, sie hat auch die Art und Weise verändert wie über Risiken, Warnungen und Entscheidungen gesprochen wird.
00:16:37: Und diese Geschichte ist fast vierzig Jahre alt und trotzdem ist sie bis heute noch erstaunlich aktuell, weil sie uns gleich mehrere Dinge zeigt.
00:16:44: Erstens kleine Bauteile können riesige Folgen haben.
00:16:48: Zweitens Technik ist immer nur so gut wie die Menschen, die sie entwickeln prüfen und überwachen.
00:16:52: Drittens Warnungen sollten ernst genommen werden auch dann wenn sie unbequem sind.
00:16:57: Viertens große Organisationen sind nicht automatisch vor Fehlern geschützt.
00:17:01: Die vielleicht wichtigste Lehre lautet deshalb Mut bedeutet nicht unbedingt, etwas durchzuziehen.
00:17:06: Manchmal bedeutet es auch rechtzeitig zu sagen, stoppt.
00:17:09: das Risiko ist zu groß und genau deshalb wird die Challenger-Katastrophe bis heute in Schulen, Universitäten, Ingenieursstudiengängen und Unternehmen auf der ganzen Welt untersucht – nicht nur als Raumfahrtgeschichte sondern eben als Geschichte darüber wie Menschen Entscheidungen treffen und welche Folgen diese Entscheidungen haben können.
00:17:26: Wir sehen also mal wieder Technik ist nie perfekt.
00:17:29: Die Anwendung dieser Technik spielt immer eine große Rolle vor allen Dingen wie die Menschen damit umgehen.
00:17:33: Zu damaligen Zeit war das ja extrem fortschrittlich, aber Fortschritt bedeutet auch immer wachsam zu bleiben.
00:17:39: Und das ist das was wir glaube ich aus dieser Folge herausnehmen können und damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angekommen.
00:17:45: Vielen Dank dass ihr dabei wart und euch gemeinsam mit mir die Geschichte der Challenger Katastrophe angeschaut habt!
00:17:50: Wenn euch die Folge gefallen hat dann folgt uns gern besucht uns auch mal auf Instagram und ich hoffe wir hören uns in der nächsten Folge wieder.
00:17:56: Bleibt neugierig bis dahin.
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