12. Gefühlschaos im Kopf: was in deinem Gehirn passiert

Shownotes

Warum fühlt sich in der Teenagerzeit alles manchmal so extrem an? Ein Moment voller Freude und kurz darauf Frust, Unsicherheit oder Wut.

In dieser Folge von Wissenshelden schauen wir gemeinsam hinter die Kulissen eures Gehirns: 🧠 Warum Emotionen plötzlich intensiver sind ⚡ Was das Belohnungssystem damit zu tun hat 🧬 Welche Rolle Hormone spielen 👥 Warum soziale Situationen euch besonders stark beeinflussen

Ihr erfahrt, warum dieses Gefühlschaos kein Zufall ist sondern ein ganz normaler und sogar wichtiger Teil eurer Entwicklung.

Und: Warum diese Zeit nicht nur herausfordernd ist, sondern auch voller Chancen steckt mit besonders intensiven positiven Momenten, die ihr bewusst genießen könnt.

🎧 Eine Folge für alle, die sich selbst besser verstehen wollen.

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Hier gibt es Hintergrundinfos zu den Folgen – und Platz für Fragen und Diskussionen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wissenshelden.

00:00:02: Der Podcast der spannendes Wissen einfach und verständlich erklärt, sorgfältig recherchiert und in jeder Folge ein neues Thema zum Mitdenken!

00:00:10: Und damit willkommen zurück bei Wissenzelden, eurem Podcast für spannende Themen aus dem Weltgeschehen und echtes Wissen das euch weiterbringt.

00:00:18: Schön dass ihr heute wieder dabei seid.

00:00:20: ich habe heute ein ganz besonderes Thema mitgebracht und zwar geht es heute darum warum sich Gefühle bei Teenagern so intensiv anfühlen.

00:00:28: Wir sprechen also über ein Thema, das euch alle betrifft.

00:00:31: Eure Gefühle.

00:00:32: Freude, Wut, Verliebtheit oder Angst – in der Teenagerzeit fühlt sich vieles plötzlich übermäßig stark an und vielleicht kennt ihr das?

00:00:41: In dem einen Moment seid ihr sehr glücklich und kurz darauf plötzlich traurig, genervt oder unsicher!

00:00:47: Ihr spürt immer wieder ein Auf- und Abtergefühl.

00:00:50: Und viele Jugendliche fragen sich deshalb des Öfteren warum sind Gefühler eigentlich so intensiv?

00:00:56: Und die Antwort hat viel mit eurem Gehirn, euren Hormonen und eurer Entwicklung zu tun.

00:01:01: In dieser Folge schauen wir uns an was in eurem Körper passiert und warum Erwachsene dieselben Situationen oft viel gelassener erleben.

00:01:08: Ein Vorteil für Jugendliche heute ist aber das wieviel besser verstehen was in der Pubertät eigentlich passiert.

00:01:13: Früher dachten viele Erwachsener einfach dass Teenager schwierig sind, launisch und übertrieben mit ihren Gefühlen sind.

00:01:19: Heute zeigen Forschungen aus Psychologie und Neure Wissenschaft ganz klar dass sich in dieser Lebensphase unheimlich viel im Gehirn und dem Körper verändert.

00:01:28: Und das bedeutet auch, dass viele Erwachsene inzwischen versuchen Jugendliche besser zu verstehen und sie stärker zu unterstützen.

00:01:34: Ihr wachst also in einer Zeit auf, in der immer mehr Menschen erkennen wie herausfordernd diese Phase sein kann und dass Jugendliche dabei Verständnis und Begleitung brauchen.

00:01:43: Und damit starten wir direkt in die Folge.

00:01:45: Ich habe die Folge wieder ein Kapitel aufgeteilt, damit das etwas überschaubarer ist.

00:01:48: Das hatte ich immer nach letzten oder vorletzten folgen auch schon mal gemacht und das hat mir ehrlich gesagt total gut gefallen.

00:01:52: Mal sehen vielleicht mache ich es jetzt immer.

00:01:55: Kapitel eins das Gehirn im Umbau.

00:01:58: Während der Pubertät befindet sich euer Gehirne in einer wichtigen umbauffase.

00:02:02: In der Kindheit wurden viele Verbindungen zwischen Nervenzellen aufgebaut und jetzt beginnt eine Art Aufräumprozess.

00:02:09: Verbindung, die selten genutzt werden, werden entfernt während Wichtige gestärkt werden.

00:02:15: Diesen Prozess nennen forschende Synapsen Pruning.

00:02:18: Besonders stark betroffen ist dabei der präfrontale Cortex.

00:02:21: Das ist der Bereich ganz vorne im Gehirn.

00:02:24: Der ist zuständig für Dinge wie Planen Entscheidungen abwägen Impulse kontrollieren oder Emotionen regulieren.

00:02:31: Dieser Bereich entwickelt sich aber erst gegen Ende der Jugend vollständig.

00:02:35: Und gleichzeitig ist ein anderer Teil des Gehirns bereits sehr aktiv und zwar das limbische System, und der es stark an der Verarbeitung von Emotionen beteiligt.

00:02:44: Das führt zu einer interessanten Situation – die Gefühle sind bereits sehr stark während die Bereiche, die beim Regulieren helfen sollen noch in der Entwicklung sind.

00:02:53: Ich habe dafür ein Beispiel für euch!

00:02:55: Wenn dich jemand in der Schule kritisiert, dann kann sich das sofort sehr verletzend oder ärgerlich anfühlen.

00:03:00: Ein Erwachsener reagiert in derselben Situation oft ruhiger und denkt vielleicht, ja das war jetzt nicht besonders nett aber ist mir eigentlich auch egal.

00:03:08: Und der Unterschied liegt vor allem darin dass ein erwachsenes Gehirn Emotionen meist schneller einordnen und regulieren kann.

00:03:15: Kapitel zwei Das Belohnungssystem läuft auf Hochtouren.

00:03:19: Ein weiter wichtiger Faktor ist das Belohnungssystem im Gehirne und dabei spielt er Neurotransmitter-Dopamin eine große Rolle.

00:03:27: Dopamin sorgt dafür, dass wir Motivation Freude und Neugier empfinden.

00:03:31: Während der Teenagerzeit reagiert dieses System besonders stark auf neue oder aufregende Erfahrungen – das bedeutet, neues fühlt sich besonders spannend an, Erfolg oder Anerkennung wirkt stärker.

00:03:45: Deshalb probieren Jugendliche häufiger neue Dinge aus, sei es ein neues Hobby, ein Abenteuer oder die erste große Verliebtheit.

00:03:51: Bei erwachsenen funktioniert das Belohnungssystem zwar weiterhin aber ist reagiert meist weniger intensiv.

00:03:57: Dazu habe ich einen Vergleich – stellt euch einen Freizeitpark vor!

00:04:00: Für jemanden der zum allerersten Mal Achterbahn fährt, ist dieses Erlebnis sehr aufregend.

00:04:04: Man elbt es zum ersten mal und man kommt da raus und ist voll mit Adrenalin.

00:04:07: Für jemandem, der schon oft gefahren ist, ist es zwar immer noch spannend, aber nicht mehr ganz so intensiv….

00:04:12: Und ähnlich funktioniert das Belohnungssystem im Jugendlichen Gehirn.

00:04:19: Während der Puppatät verändert sich auch der Hormonhaushalt deutlich, der Körper produziert verstärkt Hormone wie Testosteron, Oestrogen und Progesteron.

00:04:27: Diese Stoffe beeinflussen nicht nur körperliche Veränderungen sondern auch Emotionen und Stimmung.

00:04:32: Besonders interessant ist ihre Wirkung auf eine kleine aber wichtige Struktur im Gehirnt – die Amygdala.

00:04:38: Die Amygdala spielt eine zentrale Rolle bei Emotionen wie Angst, Freude oder Wut.

00:04:42: Durch hormonelle Veränderungen können emotionale Reaktionen in dieser Zeit stärker und spontaner ausfallen.

00:04:49: Zum Beispiel – Eine lustige Nachricht von Freunden kann euch lange zum Lachen bringen!

00:04:53: Gleichzeitig kann eine Enttäuschung sich sehr intensiv und überwältigend anfühlen.

00:04:57: Erwachsene erleben ähnliche Situationen ebenfalls emotional aber ihre Reaktion werden stärker durch Erfahrung und Gehirnreife ausgeglichen.

00:05:05: Kapitel IV Identität und soziale Gefühle.

00:05:09: Ein weiterer wichtiger Grund für intensive Gefühlen hat mit sozialen Beziehungen zu tun.

00:05:14: In der Jugend entwickelt sich das eigene Selbstbild, viele Jugendliche beschäftigen sich mit Fragen wie verbinde ich eigentlich was ist mir wichtig?

00:05:21: Zu welcher Gruppe gehöre ich?

00:05:23: Deshalb wird es Gefühl von Zugehörigkeit besonders wichtig.

00:05:26: Studien zeigen sogar wenn Menschen sozial ausgeschlossen werden aktiviertes Gehirn ähnliche Bereiche wie bei körperlichem Schmerz.

00:05:33: Gerade Jugendliche reagieren deshalb sehr sensibel auf Dinge wie Ablehnung, Ausgrenzung oder Kritik von Gleichalträgen.

00:05:40: Das erklärt auch warum soziale Medien in dieser Altersgruppe einen so starken Einfluss haben können.

00:05:45: Dazu auch ein Beispiel, wenn einer Erwachsener ein Foto postet und kaum Reaktionen bekommt dann nimmt er das oft gelassen.

00:05:50: Und denkt sich vielleicht naja da war das Foto halt nicht so interessant beim nächsten Mal wieder?

00:05:53: Und einen Teenager hingegen der kann sich eher fragen warum reagiert niemand?

00:05:58: was habe ich falsch gemacht?

00:05:59: was ist falsch an dem Foto?

00:06:00: und es liegt nicht daran dass Jugendliche übertreiben sondern daran dass ihr Gehirn soziale Signale besonders intensiv verarbeitet.

00:06:08: Kapitel V große Gefühle große Chancen.

00:06:12: All diese intensiven Gefühle haben jedoch eine sehr positive Seite.

00:06:15: Sie machen Jugendliche oft besonders, neugierig, kreativ, engagiert und mitfühlend.

00:06:21: In dieser Lebensphase entstehen viele Dinge die für das spätere Leben wichtig sind – enge Freundschaften, Leidenschaften und Interessen, persönliche Werte.

00:06:30: Manche Neurowissenschaftler beschreiben das Teenager-Gehirn deshalb mit diesem Bild.

00:06:34: Es ist wie ein Rennwagen, mit einem sehr starken Motor aber mit Bremsen die noch unentwickelt sind.

00:06:40: Dieser starke Motor sorgt dafür dass Jugendliche neugierig sind neues ausprobieren und ihren eigenen Weg entwickeln.

00:06:46: Wenn sich eure Gefühle also manchmal zu stark, zu schnell oder zu verwirrend anfühlen dann bedeutet es nicht, dass mit euch etwas nicht stimmt.

00:06:53: ganz im Gegenteil.

00:06:55: Euer Gehirn arbeitet gerade genauso wie es in dieser Entwicklungsphase soll.

00:06:59: Ihr befindet euch in einer Zeit, in der ihr lernt eure Emotionen zu verstehen, sie einzuordnen und besser mit ihnen umzugehen.

00:07:05: Und mit zunehmender Erfahrung und Reife wird es leichter Gefühle zu regulieren ohne sie zu unterdrücken!

00:07:11: Die Intensität dieser Lebensphase ist also kein Problem sondern ein wichtiger Teil eurer Entwicklung.

00:07:17: Vielleicht denkt ihr beim nächsten Gefühlschaos kurz an euer Gehirn und sagt euch «Naja, kein Wunder, es wird ja auch gerade umgebaut».

00:07:23: Und denkt dran, diese Intensität all die Höhen und Tiefen das ist nicht einfach nur Chaos.

00:07:28: Das ist ein Teil davon wer ihr werdet.

00:07:30: Jede starke Freude jede Enttäuschung jedes aufgeregt sein hilft euch euch selbst besser kennenzulernen eure stärken zu entdecken eurer eigenen wege zu finden.

00:07:39: mit der zeit lernt ihr die gefühle zu steuern ohne sie zu unterdrücken.

00:07:42: und genau diese phase so anstrengend sie manchmal ist macht euch zu den menschen der ja einmal seien wollt.

00:07:48: Also vergesst es bitte nicht.

00:07:50: Bin mir sicher, wenn ihr das nächste Mal eine ganz emotionalen Ausbruch habt dann denkt ihr an diese Folge und dann könnt ihr das vielleicht ein bisschen besser einordnen.

00:07:57: Ich hoffe jedenfalls es hat euch geholfen und es hat Euch vor allen Dingen auch interessiert.

00:08:01: Wenn es Euch gefallen hat dann schaut auch gerne mal auf unserem Instagram Kanal vorbei.

00:08:05: Da gibt's immer wieder ein leckeres Wissenshäppchen in den Wochen wo es keine neue Folge gibt Und wir hören uns in der nächsten Folge wieder Bis dahin!

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